Windmeldungen aus der sächsischen Provinz zusammengestellt von
Dr. E. Kreibich. (Foto: Schlegel 2005)
25 2009 Windmeldungen aus der sächsischen Provinz
090504 leipziger volkszeitung borna / geithain Pegauer Kippe - Windräder im Doppelpack
Pegau (ob). Zwei neue, riesige Windräder entstehen auf dem Pegauer Kippengelände in Höhe Zauschwitz. Inmitten des gelb blühenden Rapsfeldes verrichtet derzeit ein gigantischer 500-Tonnen-Autodrehkran mit 56-Meter-Teleskopausleger seine Arbeit. Das Monstrum mit acht Achsen und 20 Meter Länge fügt die per Tieflader angelieferten, vier Meter hohen Betonringe zu einem Turm zusammen. Am Ende beträgt die Nabenhöhe der neuen Windräder 112 Meter. Der dann aufgesetzte Rotor mit den drei Flügeln misst noch einmal 82 Meter im Durchmesser.
Nach Fertigstellung sollen die Windräder jeweils zwei Megawatt Leistung erbringen. Wenn das Wetter mitspielt, ist der Kran in der zweiten Maihälfte in seiner vollen Größe zu erleben - wenn Maschinenhaus und Flügel montiert werden.
090506 sächsische zeitung zittau Unmut gegen Windräder auf Spicak
Eine in Varnsdorf ansässige Firma will unweit der Grenze zwei riesige Windkraftanlagen bauen. Die deutschen Kommunen legen Einspruch ein. (Von Angelika Dornich
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Der Spicak (Warnsdorfer Spitzberg) liegt unweit der Staatsgrenze zwischen Spitzkunnersdorf und Seifhennersdorf. Auf der S 139 fährt man daran vorbei. Hier plant nun eine in Varnsdorf (Warnsdorf) ansässige Firma den Bau zweier Windkraftanlagen.
„Ihre Gesamthöhe beträgt 139 Meter", sagte Jürgen Reichel in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates von Leutersdorf. „Das sind Riesen, die sechs bei uns auf der Wache dagegen Minis." Inzwischen hat die Gemeinde bereits von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Einwendungen gegenüber dem tschechischen Umweltministerium vorzubringen. „Wir haben nichts gegen erneuerbare Energien, aber in diesem Fall befürchten wir neben der erheblichen Veränderung des Landschaftsbildes eine Verminderung der Lebensqualität der Bewohner des Ortsteils Spitzkunnersdorf und ihrer Gäste", so Reichel. Zum einen durch die Lärmbelästigung, zum anderen bei den gewaltigen Rotorblättern durch den stroboskopischen Effekt (Schattenbildung). Peter Pachl, Leiter der Haupt- und Bauverwaltung Großschönau, hat sich mit der Rechtslage auf beiden Gebieten befasst. So dürften nach den Grundsätzen der Raumordnung des Bezirkes Usti nad Labem (Aussig) solche Bauwerke innerhalb eines Streifens von drei Kilometern bis zur Bundesgrenze nicht errichtet werden. Soweit dem Plan für die Windkraftanlagen auf dem Spicak, zu entnehmen ist, liegen die Standorte nur etwa 160 bis 170 Meter von der Grenze. Auf deutscher Seite verbieten die Verordnungen des Naturparks Zittauer Gebirge und über die Landschaftsschutzgebiete Zittauer Gebirge sowie Mandautal derartige Vorhaben. „Das Landschaftsbild wird gravierend beeinträchtigt", sagt Pachl. Das könne auch Auswirkungen auf den Tourismus haben. Der Technische und der Hauptausschuss werden gemeinsam am 13. Mai eine Stellungnahme vorbereiten, die in der nächsten Ratssitzung beschlossen werden soll.
Die grenzüberschreitende Öffentlichkeitsbeteiligung wird durch das Gesetz über die Umwelt-verträglichkeitsprüfung (UVPG) ermöglicht. „Bei umweltrelevanten Vorhaben in Grenznähe beziehen sich die europäischen Länder jetzt gegenseitig mit ein", sagt Martina Kloß, Sachbearbeiterin Immissionsschutz im Umweltamt des Landkreises. Das tschechische Umweltministerium in Prag führt derzeit diese Umweltverträglichkeitsprüfung zum Projekt auf dem Spicak durch. Die Anlagenbeschreibung mit der zusammenfassenden Darstellung der Auswirkungen auf die Umwelt wurden allerdings nur in Tschechisch übersandt und mussten hier übersetzt werden. Die hiesigen Träger der öffentlichen Belange wie Denkmalschutz und Naturschutzbehörde sind bereits angehört und Martina Kloß erarbeitet gerade die Stellungnahme des Landkreises. Hier spielt nicht nur der Anblick eine Rolle, sondern auch naturschutzfachliche Belange (Artenschutz) sowie Lärm und Schattenwurf. Die Gemeinden bringen ihre Einwände extra vor.
In Seifhennersdorf wird heute Abend der Technische Ausschuss eine einheitliche Meinung zu den Windradplänen auf dem Spicak verfassen. „Wir sind überhaupt nicht begeistert", sagt Bürgermeisterin Karin Berndt. Auch Bürger wollen ihre Einwände nach Prag schicken. Wie die Sache ausgeht, liegt aber allein an den tschechischen Behörden.
Zwei Windkraftanlagen sind auf dem Spicak (Warnsdorfer Spitzberg) geplant
• Typ: Enercon E-8.2 2.000 kW
• Grundparameter: Nennleistung 2.000 Kilowatt, Rotordurchmesser 82 Meter, Masthöhe 98 Meter, Gesamthöhe 139 Meter
• Einsichtnahme in Auszüge aus der Dokumentation ist bis zum 12. Mai für jedermann möglich im Rathaus Seifhennersdorf, in der Gemeindeverwaltung Leutersdorf, in der Gemeindeverwaltung Großschönau (Nebengebäude) sowie in der Landratsamtaußenstelle Zittau (Salzhaus), 4. Etage, Zimmer 2.27
• Einwendungen können bis zum 1. Juni an die Genehmigungsbehörde Ministerstvo Zivotniho Prostredi, 100 00 Praha 10 Vrsovice, Vrsovickä 65 gesandt werden.
090507 freie presse reichenbach
Im Rathaus: Alles schweigt - Betroffene erfährt aus der Zeitung Amtsentscheidung
Netzschkau. Yvonne Reiher aus Netzsckau ist empört: Sie hat aus der Zeitung erfahren, dass die Stadtverwaltung Netzschkau und auch die Stadträte sich gegen den Bau des von ihr und ihrem Lebensgefährten geplanten Windrades stellen. Die Heimatzeitung. „Freie Presse" hatte über die Stellungnahme des Technischen Ausschusses berichtet:
„Die ablehnende Haltung an sich macht mich gar nicht so wütend, obwohl die meisten wahrscheinlich gar nicht wissen, was wir machen wollen und wie das am Ende aussieht. Es ist nur die Art und Weise, wie mit uns umgesprungen wird", so die Netzschkauerin.
Sie habe vor etwa sechs Monaten mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung über die Pläne gesprochen und um Auskunft gebeten. Anfangs habe sie mehrfach nachgefragt und sei immer wieder vertröstet worden. Dabei wollte sie nur wissen, wie die Verwaltung über das Windrad-Projekt denkt: Da die Bauunterlagen über ein Planungsbüro in Plauen eingereicht werden mussten, habe sie dann einfach abgewartet. Den Standpunkt der Verwaltung las sie in der Zeitung, ohne dass sie von dem Termin der Beratung wusste oder gar vorher informiert wurde.
Auf diesem Weg habe sie gleichzeitig erfahren, dass ihr Haus und die ganze Neubauernsiedlung in Netzschkau unterhalb der Schönsicht unter Denkmalschutz stehen: „Ich habe in der Unteren Denkmalbehörde angerufen. Der Mitarbeiter dort hat mir das leider bestätigt. Er hat aber auch zugegeben, dass die Grundstückseigentümer nie richtig informiert wurden. Lediglich 1994 sollen die denkmalgeschützten Häuser im Stadtanzeiger gestanden, haben. Aber da hat uns das Haus noch gar nicht gehört", schimpft sie.
Der Mitarbeiter habe ihr auch erzählt, dass die Behörde nichts gegen das Windrad habe, wohl aber bei der von dem Paar, geplanten neuen Dacheindeckung gefragt werden wolle. Und auch bei bestimmten Umbauarbeiten im Haus. Dabei habe es in ihrer Nachbarschaft sicher schon viele Arbeiten ohne Zustimmung der Behörde gegeben, die selbst auf den Heizungseinbau Einfluss nehmen will.
Unverschämt finde sie auch, dass über das Windrad geredet wird, ohne dass die Stadträte vor Ort waren. „Das Windrad soll insgesamt acht Meter hoch werden, der Mast sechs Meter: Unser Haus ist neun Meter hoch, dahinter sind noch höhere Bäume. Es wird also kaum zu sehen sein", erklärte sie. Mit dem Ausweichen auf regenerative Energien zur Warmwasserbereitung habe sie etwas für die Umwelt tun wollen. Nach gründlicher Prüfung sei das Windrad für sie die günstigste Alternative gewesen. „Alle lesen Windrad und denken an die Kolosse. Und komischerweise wissen die Stadträte schon, was so ein Rad für einen Lärm macht und für Schatten wirft. Sogar von Eiswurf war die Rede. Darüber hat sogar der Mitarbeiter der Baubehörde herzlich gelacht", so Yvonne Reiher.
Sie wünscht sich, dass endlich mit ihr und ihrem Lebensgefährten über das Problem gesprochen wird und nicht nur über sie, wenn sie nicht dabei ist. (pstp)
(Es geht doch hier nur um ein kleines Windrad. Da muß man doch nicht gleich ablehnen. Steht doch ein breites Spektrum von großen Steinen zur Verfügung, die in den Genehmigungsweg gerollt werden können: Fledermausgutachten, Vogelschutzgutachten, Lärmgutachten, Landschaftsverschandelungsgutachten, Durchführung von archäologischen Grabungen etc. Der Antragsteller wird dann schon von allein drauf kommen, daß der gute alte Kohle- oder der saubere Atomstrom, der die Umwelt viel mehr schützt als das blöde kleine Windrädchen, wieder mal die vordergründig billigere Lösung ist. kr)
090507 döbelner allgemeine zeitung Kontroverser Koloss
Gemeinde Mochau gibt Stellungnahme zum geplanten Bau eines weiteren Windrades ab (Holger Schrapel)
Mochau. Windräder erzeugen Strom. Und oft Unmut bei denen, in deren Nachbarschaft die geflügelten Kolosse stehen. In der Gemeinde Mochau wird aller Voraussicht nach im nächsten Jahr ein weiteres Windrad zwischen den Gemarkungen Bormitz und Mochau aufgestellt.
Der Hauptausschuss der Gemeinde Mochau hat in seiner jüngsten Sitzung seine Stellungnahme zum Bauantrag der whs Gesellschaft für Energietechnik Giebelsberg abgegeben. Die will nahe der bisherigen Standorte ein weiteres Windrad mit einer Höhe von 100 Metern (Nabenhöhe 73 Meter) aufstellen.
„Es gibt dazu aus Gemeindesicht nicht viel zu sagen", meint Bürgermeister Gunter Weber. Bei der geplanten Stelle handele es sich um ein so genanntes Windvorranggebiet. Dies sei so im Regionalplan Westsachsen ausgewiesen. Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz seien Windräder dort nun einmal zulässig. In diesem Sinne habe man die Stellungnahme abgegeben. „Trotzdem wollen wir klarstellen, dass die Windräder eine unnötige Verschandelung der Landschaft sind", sagte Weber.
Bei der whs Energietechnik kann man das nicht verstehen. „Irgendwoher muss der Strom ja kommen. Mit einem Windrad dieser Größe erzeugen wir zwei Millionen Kilowattstunden im Jahr", sagt Geschäftsführer Gerhard Wannenmacher auf Anfrage der Döbelner Allgemeinen Zeitung. Man könne damit durchschnittlich 2000 Menschen mit Energie versorgen. Er frage sich, ob es besser für Deutschland sei, Kohle- oder Atomkraftwerke zu bauen, oder sich zum Beispiel beim Erdgas in russische Abhängigkeit zu begeben.
Durch die Bestimmungen des Regionalplans sind dem Unternehmen Grenzen gesetzt, bei Mochau dürfen die Windräder nur 100 Meter (73 Meter Nabenhöhe) hoch sein. „Wenn wir dort Windräder mit einer Nabenhöhe von 110 Metern bauen dürften, würden wir locker die drei- bis vierfache Menge Strom erzeugen", so der Geschäftsführer. Befürchtungen Webers, es könnten bald noch weitere Anträge für den Bau von Windrädern nachkommen, will Wannenmacher teilweise entkräften. „Aus jetziger Sicht ist das nicht möglich. Es würde zu viele Probleme mit benachbarten Landeigentümern und den Abstandsflächen geben", so Wannenmacher.
Einen normalen, verzögerungsfreien weiteren Ablauf vorausgesetzt, werde das Windrad laut Wannenmacher im nächsten Jahr gebaut.
(Ein zusätzliches Windrad soll bei Mochau aufgestellt werden. Montage: Wolfgang Sens
Und um den Begriff Kolloss richtig zu untermauern, gibt es dazu eine tolle Fotomontage – die so mit der Wirklichkeit nicht zu tun hat. kr)
090507 sächsische zeitung riesa Spezialisieren für Windenergieanlagen
Riesa. Die Windkraftbranche ist von der Finanzkrise weitgehend unberührt und wächst: Für entsprechend qualifizierte Fachkräfte sind die Berufsaussichten rosig. Das Ausbildungs- und Kompetenzzentrum Windenergie des TCIV Rheinland befindet sich in Lauchhammer. In der zugehörigen Außenstelle Riesa startet ab 2. Juni eine Weiterbildung zum Servicemonteur für Windenergieanlagen: Diese richtet sich an Interessenten mit der nötigen körperlichen Tauglichkeit und einer abgeschlossenen Berufsausbildung in den Bereichen Elektrotechnik oder Maschinenbau.
Am 12. Mai können sich Interessierte in der Lauchhammer Straße 20 über die Weiterbildung informieren. Um 10 Uhr beginnt dort eine Informationsveranstaltung. (SZ)
• Mehr Informationen gibt es auch unter 03525 / 529 706.
090508 freie presse freiberg Tschechischer Windpark erhält kräftigen Gegenwind
Widerstand gegen 45 Anlagen im Grenzgebiet organisiert sich - Bundestagsabgeordnete: Keine deutschen Steuergelder für Projekte (VON ASTRID RING)
Holzhau. Kräftigen Gegenwind erhält der im Erzgebirge geplante Windpark auf tschechischem Gebiet direkt an der Grenze zwischen Holzhau und Hermsdorf. In Moldava (Moldau) planen zwei Firmen den Bau von 45 Windrädern. Aufgrund der guten Windbedingungen wollen die Investoren mindestens 120 Meter hohe Masten aufstellen. Dem Osterzgebirge droht damit der größte Eingriff seit 20 Jahren.
Die Region lebt vor allem vom Tourismus, der durch ein Windkraftwerk solchen Ausmaßes gefährdet wäre. Hinzu kommt, dass dieses mitten in einem europaweiten Vogelschutzgebiet entstehen soll. Dieses wurde wegen des Birkhuhns ausgewiesen, das im Kammgebiet des Osterzgebirges eines seiner bedeutendsten europäischen Vorkommen hat. Natura 2000 schreibt für seinen Erhalt „besondere Schutzmaßnahmen" rechtsverbindlich vor.
Neben vielen Erzgebirgern spricht sich Mittelsachsens Landrat Volker Uhlig (CDU) gegen das Windprojekt aus. Nach europäischem Recht müsse der Landkreis an einem solchen Verfahren beteiligt werden. Er habe sich deshalb an das tschechische Umweltministerium gewandt. Uhlig hatte geäußert, dass der Park nach der Rauchgasproblematik von tschechischer Seite der zweite Angriff auf den Erzgebirgskamm wäre.
Mit der Ablehnung des Projektes geriet Mittelsachsens Landrat in die Kritik des energiepolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion Johannes Gerlach. Dieser warf Uhlig vor, den technischen Fortschritt zu ignorieren und forderte ihn auf, Beispiele zu nennen, wo auf Grund von Windkraftanlagen die touristische Entwicklung gelitten habe.
„Die Aussage von Landrat Uhlig bezieht sich auf konkrete Standorte im Kammbereich des deutsch-tschechischen Erzgebirgskammes", hält Michael Eilenberger Gerlach entgegen. Der Holzhauer hat mit Naturschützern und Touristikern eine Initiative gegen das Windparkprojekt ins Leben gerufen. „Faktoren wie Naturschutz, Schäden im Bereich des Tourismus und der damit verbundene Verlust von Arbeitsplätzen etc. müssen als Gesamtverantwortlichkeit im Sinne der Daseinsfürsorge gesehen werden. Und dieser Verantwortung wird Landrat Uhlig gerecht", sagt Eilenberger.
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann hat inzwischen herausgefunden, „dass das Bundesumweltministerium für die Windparks in Moldava und bei Bozi Dar keine Steuergelder zur Verfügung stellt" und keine Informationen zu den Projekten habe. Bellmann rät den Bürgern, „ihre Bedenken und Einwendungen direkt dem tschechischen Umweltministerium mitzuteilen".
090508 sächsische zeitung löbau Gestern wurde der Rotor montiert
SZ-Leser Uwe Kippenberg hat gestern gegen 10 Uhr beobachtet, wie am neuen Lauchaer Windrad die Rotorblätter in 138 Metern Höhe montiert wurden. von seinem Standplatz nahe der B 6 hat er das in Bildern festgehalten. Für ihn ist es ein Hobby, unwiederbringliche Ereignisse zu fotografieren, sagt der Löbauer.
090520 lausitzer rundschau Sprembergs Windpark in Betrieb: Strom für 60 000 Menschen
Spremberg. Neun 191 Meter hohe Fuhrländer-Windkraftanlagen, errichtet auf Gittermasten, sind am Dienstag im Windpark Spremberg in Betrieb genommen worden. Nach Angaben des Projektentwicklers, der WSB Projekt GmbH mit Stammsitz in Dresden, ist eine Leistung von 22,5 Megawatt installiert worden. „Damit können bis zu 60 000 Personen mit umweltfreundlichem Strom versorgt und jährlich mehr als 40 000 Tonnen C02 eingespart werden", erklärte WSB-Geschäftsführer Torsten Anton. Der Windpark im stadteigenen Spremberger Stadtwald ist im April an die holländische Fondsgesellschaft Ampere Equity Fund verkauft worden. Sprembergs Bürgermeister Dr. Klaus Peter Schulze (CDU) äußerte sich zufrieden. Es habe eine gute Zusammenarbeit aller Partner gegeben. Jetzt profitiere die Stadt von dem Windpark, für den die Planungen im Jahr 2004 begonnen hatten. Schulze: „Das Geld aus der Pacht fließt eins zu eins in die Stadtkasse." Der Ertrag aus der Gewerbesteuer komme dem Landkreis Spree-Neiße und der Stadt zugute. Eig. Ber./kg
090523 freie presse annaberg Windpark Jöhstadt seit 15 Jahren in Betrieb
Umweltfreundliche Stromerzeugung mit leistungsfähigen Anlagen (VON PETRA KADEN)
Jöhstadt. Die Idee kam mit der Wende. Als Reiner Krauß, Technischer Geschäftsführer der Windpark Jöhstadt GmbH, nach Offnung der Grenzen 1990 zum ersten Mal an der Nordsee war, fielen ihm die dortigen Windkraftanlagen ins Auge. „Das brachte mich auf den Gedanken, dass wir in Jöhstadt ja auch genug Wind haben. Angesichts der immensen Schäden, die für Mensch und Natur durch jahrelange Umweltbelastungen entstanden waren, schien durch Windkraft erzeugte Energie eine sehr gute Alternative zur herkömmlichen Stromerzeugung zu sein. Also gab es erste Uberlegungen, ob solche Anlagen nicht auch bei uns stehen könnten." Von der Idee bis zum ersten Spatenstich für den Windpark vergingen rund vier Jahre. Am 14. November 1994 wurde der Windpark Jöhstadt offiziell eingeweiht.
Das ist mittlerweile fast 15 Jahre her. Von anfangs acht ist der Park auf 14 Windkraftanlagen von verschiedenen Herstellern gewachsen. Deren neueste Generation hat mittlerweile etliche „Kinderkrankheiten" abgelegt, die am Anfang für Probleme gesorgt haben, wie Reiner Krauß berichtet: „Sorgen hatten wir vor allem im Winter, wenn sich Reif und Eis an den Rotorblättern angesetzt hatten. Auch durch Blitzeinschläge entstanden hohe Reparaturkosten." Inzwischen stehen im Windpark Jöhstadt auch „intelligente" Anlagen, die beispielsweise beim Auftreten von Schlagschatten automatisch abschalten. Sie verfügen außerdem über beheizte Rotorblätter, so dass diese nicht mehr vereisen - und sie können schon kleinste Windmengen zur Energieerzeugung nutzen.
„In den nächsten Jahren werden wir die älteren Anlagen stilllegen und sie teilweise durch neue ersetzen", blickt Reiner Krauß in die Zukunft des Windparks. Wenn der Umbau abgeschlossen ist, soll es in Jöhstadt insgesamt noch fünf Anlagen geben, so Krauß weiter. Die werden in größeren Abständen zur Wohnbebauung und zur Straße gebaut, sind allerdings bei der Stromerzeugung auch um vieles effektiver als ihre Vorgänger.
Neben dem positiven Effekt für die Umwelt zahlt sich die umweltfreundliche Energieerzeugung mittlerweile auch finanziell aus. Nach den Worten von Jan Schreiter, Kaufmännischer Geschäftsführer der Windpark Jöhstadt GmbH, die acht der 14 Anlagen betreibt, konnte im Jahr 2004 erstmals eine Gewinnausschüttung erfolgen. „Die Stadt Jöhstadt hat im Laufe dieser 15 Jahre rund 500.000 Euro Einnahmen durch den Windpark erzielt - einmal in Form von Gewinnen und einmal durch Gewerbesteuer." Diese Mehreinnahmen dienen nach Schreiters Einschätzung allen Bügern der Stadt: „Das Geld hilft uns, drei Kindertagesstätten, vier Freiwillige Feuerwehren, zwei Freibäder und unsere Schulen zu erhalten und entsprechend auszustatten."
Die 14 Anlagen mit einer installierten Leistung von 7550 Kilowatt erzeugen pro Jahr rund 12,5 Millionen Kilowattstunden. Damit können 5000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.
090527 sächsische zeitung löbau Gemeinderäte lehnen Windparkprojekt ab
Großschönau. Die Großschönauer Räte haben am Montag ihr negatives Votum zum geplanten Windpark im tschechischen Varnsdorf abgegeben. Begründung dafür sind die Vorgaben zu Naturpark und Landschaftsschutzgebiet. Das Votum soll über die Seifhennersdorfer Verwaltung mit nach Prag gegeben werden. Die dortigen Räte hatten das Projekt auch abgelehnt. (sil)
090528 freie presse werdau Teilerfolg im Kampf gegen Windenergieanlagen erreicht
Planungsgesellschaft streicht Vorhaben - Letztes Wort hat Weimar
Seelingstädt. Im Kampf gegen den Windenergiepark auf der Chursdorfer Höhe links und rechts der B 175 hat die Gemeinde Seelingstädt einen ersten Erfolg erreicht. „Innerhalb des vor anderthalb Jahren begonnenen Raumordnungsverfahrens für Ostthüringen ist dieses Vorhaben auf der jüngsten Beratung der Regionalen Planungsgesellschaft gestrichen worden", bestätigte Bürgermeisterin Regina Hilbert (parteilos). Im Vorfeld hatten die Gemeinde sowie viele Anlieger, vor allem aus dem Seelingstädter Ortsteil Chursdorf, ihre Ablehnungen schriftlich bei der Behörde mit Sitz in Gera eingereicht. „Hier wurden die Meinungen abgewogen und der Windpark aus der Planung genommen."
Ganz vom Tisch sind die Windräder mit der Entscheidung der Planungsgesellschaft allerdings noch nicht. „Über den Bebauungsplan muss das Landesverwaltungsamt in Weimar entscheiden, weshalb wir unsere Bürger im April auf einer Einwohnerversammlung noch einmal zum Kampf gegen den Windpark aufgerufen haben", sagte Regina Hilbert, die alle Ortsteile ihrer Gemeinde sowie die Nachbarn auf thüringischer und sächsischer Seite hinter sich weiß. Eine endgültige Entscheidung aus Weimar könnte noch einige Monate dauern.
Ein Unternehmen aus Bremen will den Windenergiepark betreiben. Vorgesehen sind zehn Windräder mit einer Nabenhöhe von 108 Metern und einem Rotordurchmesser von 82 Metern. Sieben sollen auf den Flächen in Richtung Blankenhain stehen, die restlichen drei auf dem Areal zwischen Bundesstraße und Bahndamm. (TMP)
090529 vogtland anzeiger Fragen drehen sich um Windräder
Mißlareuth / Bürgermeister Ulrich Lupart lehnt Wunsch nach Bürgerversammlung ab
Mißlareuth - Die zwei Windräder von Mißlareuth drehen sich und liefern Strom. „Die Genehmigungen sind durch, der Gemeinderat hatte zugestimmt und auch die Abgeordneten aus Mißlareuth, Thomas Schnabel und Roland Rost", sagt Reuths Bürgermeister Ulrich Lupart - und wundert sich, dass es offene Fragen gibt: 60 Mißlareuther fordern mit ihrer Unterschrift eine Einwohnerversammlung zum Thema „Windräder". „Das ist keine Initiative gegen die Windräder", sagt Thomas Hammerschmidt, der die Unterschriften gesammelt hat. Nach seinen Worten wollen die Einwohner des Reuther Ortsteils Antworten haben.
Hammerschmidt würde zum Beispiel gern wissen, was mit den Windrädern wird - nach den 20 Jahren Nutzungszeit Verschwinden sie? Werden neue gebaut? Erhöht sich ihre Anzahl? Hammerschmidt würde auch gern wissen, ob die Mißlareuther einen Ausgleich bekommen könnten für den Lärm, den die Windräder machen. „Vielleicht gibt es eine jährliche Zuwendung für unsere Vereine", schlägt der 45-jährige Schmiedemeister vor und hat weitere Vorschläge: „Wie wäre es mit dem Ausbau des Feldweges nach Straßenreuth in Thüringen? Oder mit dem Anstrahlen der Mißlareuther Kirche? Die Unterschriftenliste hatte Hammerschmidt bereits im März im Gemeindeamt abgegeben - „ohne Reaktion", wie er sagt. Am Mittwoch legte er die Unterschriften nochmals vor, diesmal im nicht öffentlichen Teil der Reuther Ratssitzung. Wie Hammerschmidt sagt, ärgert die Mißlareuther, dass ihr Wunsch ignoriert wird. Laut Sächsischer Gemeindeordnung müsse der Bürgermeister eine Einwohnerversammlung einberufen.
„Muss ich nicht", sagt Bürgermeister Ulrich Lupart. „Die Sache ist abgeschlossen, es war genug Zeit, Probleme zu klären, auch in den Ratssitzungen." Eine Bürgerversammlung, ohne die Fragen vorher zu kennen, werde es nicht geben.
Lupart schlägt vor, dass Hammerschmidt die Fragen sammelt. „Diese Fragen werden dann beantwortet: von mir, vom Investor oder von der Genehmigungsbehörde."
Der Vogtland-Anzeiger fragte den Investor: „Der Fall ist für mich erledigt", sagt Steffen Stecher, Chef der EST-Spezialtechnik GmbH Döbeln. j.st./ufa
090530 sächsische zeitung zittau 30.05.09 Fünf kleine Windräder sollen drei großen weichen
Dittelsdorf. Die Windrad-Firma ghf aus Leer will ab April 2010 fünf ihrer sieben Windräder im Dittelsdorfer Ortsteil Wittgendorfer Feld abbauen. „Sie werden durch effektivere Anlagen ersetzt", sagte Sprecherin Petra Zahnen auf Anfrage.
Die fünf 65 Meter hohen Anlagen mit einer Leistung von 2,5 Megawatt waren im Jahr 2000 für rund 2,8 Millionen Euro errichtet worden. Sie sollen demontiert werden und sind bereits verkauft.
Die drei neu zu errichtenden Anlagen vom Typ Vestas V 90 sind 105 Meter hoch. Sie gleichen äußerlich den bereits bei Dittelsdorf stehenden großen Windrädern, liefern aber mehr Energie. Die beiden bestehenden Anlagen waren 2008 ans Netz gegangen und hatten rund 7,3 Millionen Euro gekostet Zum Preis für die neuen Anlagen wollte sich die Firma nicht äußern. Ghf hat den Bauantrag eingereicht. (SZ/tm)
090602 sächsische zeitung dippoldiswalde Kleinwindanlagen werden vorgestellt
Altenberg / Der Verein Energie-Tisch Altenberg wird sich am Freitag, dem 5. Juni, zu seiner Zusammenkunft mit Kleinwindanlagen befassen. Als Referent wird Michael Heyde von der Firma Windtechnik Heyde erwartet, der in Reinholdshain Kleinwindräder baut und weltweit vermarktet. Wie der Vereinsvorsitzende Dietrich Papsch informiert, wird Heyde über Kosten und Nutzen, Anwendungsmöglichkeiten und technische Neuheiten die Zuhörer unterrichten. Zu Gast ist außerdem ein Vertreter des Landratsamtes, der über die Voraussetzungen für die Genehmigung für das Aufstellen und Betreiben von Kleinwindanlagen berichten wird. Es ist auch eine Diskussion vorgesehen. Die Veranstaltung ist öffentlich und für Besucher kostenfrei. Sie beginnt 10 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Altenberger Rathauses. (SZ/ks)
(Hierzu auch die angehängte Pressemitteilung de Altenberger Energie-Tisches)
090605 sächsische zeitung zittau Seifhennersdorf wehrt sich gegen Windräder in Varnsdorf
Seifhennersdorf / Die Bürgermeisterin hat den Widerspruch gegen das Bauvorhaben im tschechischen Nachbarort selbst nach Prag gebracht. (Von Romy Kühr
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Der Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, eine Stellungnahme zum geplanten Bau von Windkraftanlagen auf dem Varnsdorfer Spitzberg zu verfassen. Die Stadt will sich darin gegen den Bau aussprechen. Weil der geplante Standort an der deutsch-tschechischen Grenze liegt, werden die deutschen Grenzgemeinden angehört. Seifhennersdorf hat sich mit Leutersdorf und Großschönau verständigt, diese beiden Orte haben ebenfalls dem Bauvorhaben widersprochen.
Die Kommunen wollten jede für sich Stellungnahmen einreichen. Die Mehrzahl der Räte ist gegen das Vorhaben. Nur ein Seifhennersdorfer Stadtrat äußerte sich gegenteilig. „Das ist nicht gerade schön, aber das ist die Zukunft. Woher soll künftig der Strom kommen", gab Christian Krusche zu bedenken. In dem für die Windräder vorgesehenen Gebiet brüten seltene Vogelarten, argumentierte Ehrenfried Kramer. Er fordert, dass der Naturschutz etwas gegen den geplanten Bau unternimmt. Außerdem, so ein weiteres Argument, sei der Standort viel zu nahe am Seifhennersdorfer Altenheim.
Bauamtsleiter Jürgen Schuster hat nach Abstimmung mit Großschönau und Leutersdorf das Schreiben ausgearbeitet, Bürgermeisterin Karin Berndt hat am Montag die Stellungnahme der Stadt gegen das Vorhaben persönlich nach Prag gebracht. „Wir haben das Schreiben gleich ins Tschechische übersetzen lassen", berichtet Schuster. Seiner Auffassung nach dürften nach aktuellem Stand die Windräder nicht gebaut werden. „Der Plan widerspricht auch der tschechischen Gesetzeslage."
Varnsdorfer Windräder
• Investor: Ein privater Investor plant die Windkraftanlagen auf dem Varnsdorfer Spitzberg.
• Beteiligung: Wegen der Nähe zur Grenze können auch Gemeinden auf deutscher Seite Stellungnahmen dazu abgeben.
• Kritik: Der Bau der Windräder wird unter anderem kritisiert weil, sie zu nahe an der Bebauung stehen (z. B. Altersheim) und bedrohte Tierarten dadurch gefährdet werden könnten.
• Auf deutscher Seite wehren sich Seifhennersdorf sowie Großschönau und Leutersdorf mit Stellungnahmen gegen den Bau.
(Das war‘s mal wieder. Auffällig ist die verstärkte Wortwahl - Kolloss, riesig, mächtig-gewaltig. Und immer wieder die nicht bewiesenen oder nicht zu beweisenden Hinderungsgründe. Wer maßt sich denn an, die mentale Befindlichkeit des Birkhuhns zu kennen – vielleicht nimmt das Birkhuhn die Windräder mit Freuden in Kauf, wenn es dadurch nicht mehr so sehr nach verbrannter Kohle riecht. kr)