Sachsens Windenergie – wie weiter?

Donnerstag, 30. März 2017 - 11:58
VEE Sachsen e.V.

Im Jahr 2016 wurde bereits jede dritte verbrauchte Kilowattstunde Strom in Deutschland rechnerisch durch Erneuerbare Energien erzeugt. Während der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung in Deutschland bei 32,3 % lag, hinkte Sachsen mit einem Anteil von 22,4 % deutlich hinterher.

Wie wir in unserer jüngsten Kurzstudie zum Stand der Erneuerbaren Energien in Sachsen festgehalten haben, ist die Entwicklung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen ist als stagnierend zu bewerten.

Ganz grob gesagt, kommen rund 1/3 der Erneuerbaren Energien aus Windkraftanlagen. Diese sind eine wichtige Säule in der Energiewende.

Bruttostromerzeugung aus EE in Sachsen_0.jpg

Raumrelevante Windenergieanlagen wurden in Sachsen im Jahr 2016 lediglich neun installiert.  Beim gleichzeitigen Rückbau von 14 Anlagen, sinkt der Bestand in Sachsen um ganze fünf Windenergieanlagen und es sind aktuell 870 in Betrieb.

Der Anlagenbestand von Windenergieanlagen von Sachsen ist teilweise bereits sehr veraltet. Von den derzeit 870 in Betrieb befindlichen WEA weisen rund 40 % eine Leistung von 1 MW und weniger aus – die Leistung von modernen Windenergieanlagen bewegt sich inzwischen bei 3 MW und mehr. Ende 2016 befanden sich in Sachsen 26 WEA der 3 MW-Klasse in Betrieb. Ersichtlich ist dies auch an den Inbetriebnahmedaten der Anlagen - weit über die Hälfte der Bestandswindenergieanlagen in Sachsen sind älter als 12 Jahre. Entsprechend des Landesentwicklungsplans (LEP 2013) ist demzufolge der Rückbau von Altanlagen und das Ersetzen durch Neuanlagen, das sogenannte Repowering, zu forcieren. Dafür sollten durch die Regionalen Planungsverbände auch entsprechende Vorrang-/Eignungsgebiete in den Regionalplänen ausgewiesen werden.

WEA Entwicklung im Freitstaat Sachsen_0.jpg

WEA Deutschland - Brutto-Zubau gegenüber Vorjahr_0.jpg

[... mehr ...]

► mehr ...

Kinofilm “Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“

Dienstag, 21. März 2017 - 11:22
VEE Sachsen e.V.

VEE Sachsen e.V. präsentiert den Kinofilm “Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ zum Tag der Erneuerbaren Energien 2017

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Tages der Erneuerbaren Energien laden wir alle Interessierten am Donnerstag, den 27. April 2017, 19:30 Uhr ins Programmkino Ost in Dresden zum Kinofilm “Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“  ein. Nach der Filmvorführung besteht die Gelegenheit zu Gesprächen und zum Gedankenaustausch.

Was, wenn es die Formel gäbe, die Welt zu retten? Was, wenn jeder von uns dazu beitragen könnte?

Als die französische Schauspielerin Mélanie Laurent («Inglourious Basterds») und der Aktivist Cyril Dion in der Wissenschafts-Zeitschrift «Nature» eine Studie lesen, die den wahrscheinlichen Zusammenbruch unserer Ökosysteme innerhalb der nächsten 80 Jahre voraussagt, wollen sie sich nicht mit diesem Horror-Szenario abfinden.

Also machen sich die beiden auf den Weg: Sie sprechen mit Experten, besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit. Und die Gewissheit, dass eine andere Zukunft möglich ist. «Tomorrow» zeigt: Sobald Menschen aktiv werden, kann aus einem Traum die Realität von morgen werden.

[... mehr ...]

► mehr ...

EGL Get-Together - Samstag, 18.03.2017 von 13 - 17 Uhr

Donnerstag, 16. März 2017 - 08:25
VEE Sachsen e.V.

Programm Get-Together am 18.3.2017-1_0.jpgEGL Get-Together

Das Programm am 18.03.2017 von 13 - 17 Uhr
im Social Impact Lab im Stelzenhaus Leipzig, Weißenfelser Str. 65 H

Akteure

Rad3
Lasten- & Elektrofahrräder

Heldenküche
Genussernährung, Catering, Do-Eat-Yourself & Gemeinschaftskochen

Sonnenplaner
Planung & Installation von Solaranlagen

Leipspeis
Bio-Cate­ring, Manu­fak­tur für Bio-Brot­auf­stri­che & fri­sch gepres­s­te Bio-Öle

Strominator
e-Auto-Vermietung & e-Mobilität

Energiegenossenschaft Leipzig
Bürgerenergie & Bürgerstrom
 

Vorträge

13:30 Uhr
Windkraft als Bürgerprojekt - Erfahrungen aus der Praxis
Susanne Koschker |  Vorstandsmitgliedder  egNEOS

14:15 Uhr
Energetische Sanierung von Gebäuden und Perspektiven für die Bürgerbeteiligung
Florian Finkenstein | seecon ingenieure

15:00 Uhr
Stand und Potential von Kleinwindkraftanlagen
Matthias Gehling | ingenieubüro für Erneuerbare Energien

► mehr ...

GRÜNE: Minister Dulig muss die Erneuerbaren Energien in der Koalition endlich zur Chefsache machen

Lippold: Sachsens Zukunft als Energiestandort und viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
 
Dresden. "Während die Staatsregierung für Unterstützung der Energiewirtschaft von gestern enorme Risiken aus den Folgekosten der Braunkohle in Kauf nimmt, ist ihr die Energiewirtschaft von morgen kaum eine Überlegung wert", meint Gerd Lippold, energiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN. Darum hat die Fraktion eine entsprechende Aktuelle Debatte für Donnerstag beantragt (TOP 1, etwa 11 Uhr).
 
"Wegen dieser Haltung der Staatsregierung kommt der Ausbau sauberer Energien in Sachsen auch weiter nicht in Schwung. CDU und SPD waren Ende 2014 mit einem Koalitionsvertrag gestartet, der den Abschied von der Energiewende-Blockade der Vorgängerregierung versprach. Die Ausbauziele für erneuerbare Energien sollten an die Ziele des Bundes angeglichen werden. Statt der im alten Energie- und Klimaprogramm der CDU/FDP-Koalition aus dem Jahr 2012 vorgesehenen 28 Prozent Anteil der Erneuerbaren am (Brutto-)Stromverbrauch bis 2023 wären demnach nun bis dahin 35-40 Prozent anzusteuern."
 
2016 lag der Anteil am Bruttostromverbrauch in Sachsen lediglich bei etwa 22 Prozent, bundesweit hingegen bereits bei über 32 Prozent.
 
"Die Halbzeitbilanz dieser Regierung sieht verheerend aus. Der bundesweite Boom des Jahres 2016 beim Windenergieausbau ging an Sachsen komplett vorbei", kritisiert Lippold.
 
"Es wurden sogar mehr Windkraftanlagen ab- als aufgebaut. Auch für 2017 ist angesichts der vorliegenden Genehmigungen keine Besserung in Sicht. Alle heutigen Planungen erfolgen weiter auf Grundlage der völlig überholten Ziele des alten Energie- und Klimaprogramms der CDU/FDP-Regierung, weil Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) es bis heute nicht geschafft hat, die neuen Ausbauziele des Koalitionsvertrages in einem neuen Energie- und Klimaprogramm und in der Folge auch in der Regionalplanung zu verankern."
 
"Es ist allerhöchste Zeit, dass Minister Dulig die erneuerbaren Energien endlich in der Koalition zur Chefsache macht – Sachsens Zukunft als Energiestandort und viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel."
 
"Sachsen fällt nicht nur gegenüber den ostdeutschen Nachbarländern im Wettbewerb der Standorte um eine zukunftsfähige Energiewirtschaft weiter zurück, sondern gegenüber allen anderen Flächenländern." [...]
► mehr ...

In Dank und Gedenken an Dr. Eckhard Kreibich

Montag, 06. März 2017 - 09:04
VEE Sachsen e.V.

Mit Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod von Herrn Dr. Eckhard Kreibich aufgenommen. Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt unsererseits seiner Frau, seiner Familie und seinen Freunden. 

Dr. Kreibich war für unsere Geschäftsstelle immer eine wichtige Stütze. In den Zeiten ohne Geschäftsstellenleiter hat er die VEE Sachsen e.V. organisatorisch und finanziell geführt, sowie inhaltlich unterstützt. Er hat an vielen Studien mitgewirkt und einen hochwertigen Pressedienst mit Medienbeobachtungen im Bereich der Erneuerbaren Energien in Sachsen für unsere Mitglieder erstellt. Seine enge Zusammenarbeit mit den Experten und den Gremien innerhalb und außerhalb des Verbandes hat die VEE Sachsen e.V. stets begleitet und weitergebracht.

Wir werden seine Verbandsarbeit und seine kritischen Kommentare an der zu zaghaften Umsetzung der Energiewende und seinen leidenschaftlichen Einsatz für die Erneuerbaren Energien in Sachsen vermissen und Ihn in dankbarer Erinnerung behalten.

Wir wünschen seiner Frau und Familie unser herzliches Beileid.

Präsidium und Geschäftsstelle des VEE Sachsen e.V.

► mehr ...

Ökostrom wächst in Sachsen kaum noch

Foto Kurzstudie Stand der Erneuerbaren Energien in Sachsen 2002 bis 2016_0.pngDie Geschichte der Erneuerbaren Energien in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2016 wurde bereits jede dritte verbrauchte Kilowattstunde Strom rechnerisch durch Erneuerbare Energien erzeugt.

Für andere Bereiche außerhalb des Stromsektors besteht jedoch dringender Handlungsbedarf. Insbesondere ist der Verbrauch fossiler Energieträger, besonders im Wärmesektor und Verkehrssektor, weiterhin zu hoch. Damit einher geht auch der Ausstoß von Treibhausgasen. Für das Erreichen der Klimaschutzziele und eine erfolgreiche Transformation des gesamten Energiesystems ist es deshalb ein noch langer Weg.

Im Auftrag der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat die VEE Sachsen e.V. im Februar 2017 eine Kurzstudie zum Stand der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen unter Berücksichtigung der Entwicklung von 2002 bis 2016 erstellt. In Ihrer Pressemitteilung fast Dr. Gerd Lippold das Ergebnis in einem Satz zusammen:

Verheerende Bilanz - Freistaat wird immer mehr von den Chancen der Energiewende in Deutschland abgekoppelt

Die Entwicklung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen ist als stagnierend zu bewerten. Während der Anteil des Bruttostromverbrauches aus Erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahre 2016 auf fast 33 % stieg, hinkt Sachsen hinterher. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Nettostromverbrauch lag in Sachsen im Jahr 2016 bei 26,4 %.

[...]

► mehr ...

Erneuerbare Energien in Sachsen – GRÜNE: Ausbau kommt nicht in Schwung

Lippold: Verheerende Bilanz - Freistaat wird immer mehr von den Chancen der Energiewende in Deutschland abgekoppelt

Dresden. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Sachsen kommt noch immer nicht in Schwung." Dieses Fazit zieht Dr. Gerd Lippold, energiepolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, nach der Vorstellung einer Studie, die die Entwicklung der erneuerbaren Energien im Freistaat von 2002 bis 2016 untersuchte.

Nach den vorliegenden Zahlen ist der Anteil der (Brutto-) Stromerzeugung der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch 2016 nur um 0,6 Prozentpunkte gegenüber 2015 auf 26,4 Prozent angestiegen. Bundesweit sind es bereits 36 Prozent.

"CDU und SPD waren Ende 2014 mit einem Koalitionsvertrag gestartet, der den Abschied von der Energiewende-Blockade der Vorgängerregierung versprach", erinnert Lippold. "Die Ausbauziele für erneuerbare Energien sollten an die Ziele des Bundes angeglichen werden. Das heißt, statt der im Jahr 2012 im alten Energie- und Klimaprogramm der CDU/FDP-Koalition vorgesehenen 28 Prozent Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch bis 2023 nun 35-40 Prozent anzusteuern."

"Die Bilanz nach zwei Jahren sieht jedoch - trotz vollmundiger Ankündigungen aus dem Wirtschaftsministerium - verheerend aus. Der bundesweite Boom des Jahres 2016 beim Windenergieausbau ging an Sachsen komplett vorbei", kritisiert der Abgeordnete. "Mit neun neuen Windkraftanlagen und dem Abbau von 14 alten Anlagen wurden sogar mehr Anlagen ab- als aufgebaut. Auch für 2017 ist keine Besserung in Sicht."

"Grün (mit)regierte Bundesländer wie Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zeigen dagegen, wie wirkungsvoll Landespolitik in der Energiewende umsteuern kann", erklärt Lippold. "In Rheinland-Pfalz wurden im letzten Jahr mit 79 Anlagen siebenmal so viel Windenergieanlagen installiert und selbst im kleineren Thüringen mit 48 Anlagen noch fünfmal so viel. Im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg stieg der Zubau um 140 Prozent auf 124 Anlagen."

"Das beweist, dass bisherige Blockaden nicht in unüberwindlichen Schwierigkeiten von Planungs- und Umsetzungsprozessen begründet liegen. Sie sind politischer Natur und können durch entschlossenes Regierungshandeln auch aufgelöst werden."

"Sachsen fällt im Wettbewerb der Standorte um eine zukunftsfähige Energiewirtschaft weiter zurück, damit profitieren die Menschen im Freistaat auch nicht von den wirtschaftlichen Chancen."

Der Abgeordnete wirft Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) "mangelnde Durchsetzungsfähigkeit" vor. "Die Zielstellung des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Sachsen aus dem Koalitionsvertrag gehören in das Energie- und Klimaprogramm des Freistaats. Nur so können sie zur Planungsgrundlage werden und zum Erfolg führen."

"Auch die Photovoltaikbranche ist im Vergleich zu den Nachbarländern weiter zurückgefallen", bemängelt Lippold. "So wurden im letzten Jahr nur 62 Megawatt (MW) neue Photovoltaikkapazität aufgebaut. Das bedeutet Rang 10 im Bundesvergleich. In den ostdeutschen Nachbarländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurde jeweils mehr als die doppelte Leistung installiert. Das schlägt sich auch in Bilanzen der Installationsbetriebe und der verbliebenen Industrie nieder. Bereits in den Jahren 2012 und 2013 verlor die EE-Branche in Sachsen weit mehr Arbeitsplätze (-16 Prozent gegenüber 2011) als im bundesweiten Durchschnitt (-0,14 Prozent)."

Aktuellere Zahlen liegen nicht vor, da Wirtschaftsminister Dulig diese nicht mehr erheben lässt.

Die Studie wurde im Auftrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von der Vereinigung zur Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien Sachsen (VEE Sachsen e.V.) erarbeitet.

[...]

► mehr ...