Energiewende

Claudia Kemfert - Zwei Interviews zum aktuellen Geschehen in der Energiepolitik

Dienstag, 31. Mai 2016 - 10:54
VEE Sachsen e.V.

In den beiden Interviews mit den Titeln »Das ist ein Desaster« und »Energiewende gefährdet« gibt Claudia Kemfert einen guten Überblick über den aktuellen Stand der deutschen Energiepolitik, über ihre verpassten Chancen und die zukünftigen Herausforderungen. Sie zeigt Chancen auf, die leider im aktuellen Diskurs entweder zögerlich oder gar nicht aufgegriffen werden.

So sagt sie zum Beispiel zum Thema Stromnetzausbau:

"Nicht alle Übertragungsnetze sind notwendig, wenn man konsequent Kohlestrom vermindern würde. Derzeit baut man Stromnetze für zwei Energiesysteme, das konventionelle, auf Atom und Kohle basierende, und das Erneuerbare-Energien-System. Das ist nicht nur teuer, sondern auch ineffizient. Den erneuerbaren Energien schiebt man den Sündenbock zu."

Über die Rolle der konventionellen Stromerzeugung sagt Sie:

"Die Zeiten, in denen große Energiekonzerne gigantische Oligopolgewinne mit abgeschriebenen und subventionierten Kohle- und Kernkraftwerken machen, sind vorbei. Die neue Energiewelt hat nichts mehr mit der alten zu tun. Sie ist dezentraler, kleinteiliger, dienstleistungsorientierter, flexibler, intelligenter und dynamischer. Es sind völlig neue Geschäftsmodelle gefragt. In der neuen Welt braucht man innovatives Management statt Besitzstandswahrung konservativer Konzerne."

Zur Person:

Claudia Kemfert, geboren 1968, leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und ist seit 2009 Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance in Berlin.

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„Energiewende retten!“ am 2. Juni 2016 in Berlin

Montag, 30. Mai 2016 - 22:14
VEE Sachsen e.V.

Aufruf zur Demonstration:

„Energiewende retten!“ am 2. Juni 2016 in Berlin

Die Entwürfe zum EEG 2016 verunsichern die Bürger und die Branche der Erneuerbaren Energien massiv. Die geplante Ausschreibungsmenge reduziert die kostengünstige Windenergie auf ein kleines Rädchen im Getriebe der Energiewirtschaft. Ob es eine Mindestausschreibungsmenge geben wird ist weiterhin offen. Im schlimmsten Fall droht der Branche ein Minimalausbaupfad – auf Kosten von Arbeitsplätzen, Wertschöpfung und Klimaschutz. Das ist nicht hinnehmbar! Um sich auf allen Ebenen für ein Ausschreibungsvolumen von mindestens 2.500 MW netto stark zu machen, hat der BWE die "EEG-Kampagne" ins Leben gerufen.

Auf der großen Demo im Berliner Regierungsviertel zeigt die Branche der Erneuerbaren Energien ihre Zähne.

[...]

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Warnminute 5 vor 12 "Energiewende retten"

Mittwoch, 25. Mai 2016 - 11:45
VEE Sachsen e.V.
Warnminute_5_vor_12_klein_0.jpg Warnminute_5_vor_12_Windstromer_0.PNG Warnminute_5_vor_12_Sabowind_0.PNG
Warnminute_5_vor_12_BOREAS-Dresden_Warnminute_0.jpg Warnminute_5_vor_12_WSB-Warnminute-kl_0.jpg Warnminute_5_vor_12_Terrawatt Planungsgesellschaft mbH_0.JPG
Warnminute_5_vor_12_BWE-SN-Aktion-Carolaplatz_0.png Warnminute_5_vor_12_LogoEnergiewendeRetten_0.jpg lOGO VEE SACHSEN_0.jpg

Die VEE Sachsen hat gemeinsam mit dem Umweltzentrum Dresden und ihren Mitgliedern Boreas, Sabowind und Windstromer an der Warnminute 5 vor 12 "Energiewende retten" teilgenommen zu der ein großes Bündnis der Verbände im Bereich Erneuerbare Energien mit dem Bundesverband Windenergie (BWE) aufgerufen hat.

Die bundesweite Warnminute soll darauf hinweisen, dass die drohenden Ausbaubeschränkungen und andere Eingriffe der Politik die Energiewende massiv gefährden.

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Grünes Herz für Dresden und die Welt

Sonntag, 22. November 2015 - 10:20
VEE Sachsen e.V.

Demo-Klima-Nov-2015_0.jpgDie VEE Sachsen e.V. veröffentlicht hiermit einen Aufruf zur Teilnahme am globalen Marsch für das Klima. "Global Climate March" von Gerald Schneider

Liebe DresdnerInnen,

am 29. November – einen Tag vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Paris – finden überall auf der Welt Aktionen statt, mit denen Bürger der Politik zeigen wollen: Beim Klimaschutz darf es keine Kompromisse geben! Wir brauchen mutige Entscheidungen, um aus fossilen Energieträgern auszusteigen und den Übergang zu einer Energieversorgung aus 100 % Erneuerbaren zu schaffen.

Nun, wo die großen Proteste in Paris aufgrund der Sicherheitslage verboten wurden, ist es noch wichtiger, dass am 29.11. umso mehr Menschen weltweit auf die Straße gehen. Auch in Dresden ist eine Aktion geplant, zu der wir euch herzlich einladen möchten. Wem also der Weg nach Berlin zu großen Demo zu weit ist, der ist hier genau richtig! [...]

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Tschüss Energiewende!

Donnerstag, 19. November 2015 - 14:46
VEE Sachsen e.V.

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ZielerreiEnergiew-D_0.PNG

 

Entwicklung THG-Emissionen (blau), Ziele (grau)
(Grafik: Löschel et.al. Monitoringbericht Energie der Zukunft, 2014)

 

Gebiete der Zielerreichung   (vergrößern durch Mausklick)
(Grafik: Löschel et.al. Monitoringbericht Energie der Zukunft, 2014)

Die Experten bescheinigen es der Bundesregierung: Die Energiewende ist gerade mal im Bereich Stromversorgung auf Kurs. Alle anderen Ziele können getrost entweder meilenweit , mindestens aber teilweise als verfehlt betrachtet werden. Mit diesem vernichtenden Urteil schickt die Expertenrunde zum Monitoring-Bericht der Bundesregierung "Energie der Zukunft" die Kanzlerin sowie die Energie- und Umweltminister in die Verhandlungen übernächste Woche zu COP 21 nach Paris. Die elektrische Energieerzeugung ist zudem dabei andere verfehlte Ziele zu kompensieren.

Das klingt so als hätten wir Deutschen unsere selbstgestellten Hausaufgaben nicht gemacht. Ein wenig so ist es wirklich. Aber auch die 27 EU-Mitgliedstaaten stehen nicht sonderlich gut da. Treibende Kräfte werden wohl die viele Jahre verpönten USA als ehemaliger Aussteiger aus den Klimaschutzbemühungen und China als ehemaliges Schwellenland sein. Doch wie auch immer: Allzu große Erwartungen darf man an Paris nicht knüpfen. Auch wenn man die Brisanz unserer Lage kennt wird es wohl wieder Endlosschleifen von Bemühungen und Erklärungen für ein gemeinsames Ziel geben, dessen Vorgaben schon 2012 ausliefen. Ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll, das diesen Namen verdient hat wird es wohl nicht geben.

Wozu auch, wird man sich in Sachsen denken. Paris ist weit weg und wenn es nach den Meinungsmachern im sächsischen Landtag geht, wird der CO2-Ausstoß sächsischer Braunkohlekraftwerke wohl noch bis zum Jahr 2100 ungebremst andauern. Das Zeitalter der postfossilen Gesellschaft wird erst eingeläutet werden wenn die Energiewende mehr als eine Stromwende geworden ist.

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