Faktencheck zur Behauptung, RCP8.5 sei „tot“ und damit das Fundament der Klimapolitik zusammengebrochen
Kurzurteil: Die Behauptung hat einen realen wissenschaftlichen Kern, ist politisch aber stark überdehnt. Ja: Das sehr hohe Emissionsszenario RCP8.5 beziehungsweise sein CMIP6-Nachfolger SSP5-8.5 gilt heute nicht mehr als plausibler Leitpfad für das 21. Jahrhundert. Nein: Daraus folgt nicht, dass Klimamodelle widerlegt wären, dass der IPCC „zurückrudert“ oder dass Klimapolitik auf einem zerfallenden wissenschaftlichen Fundament steht.
Seit Anfang Mai 2026 kursiert in rechts-konservativen und klimaskeptischen Kreisen eine zugespitzte Erzählung: Die Klimaforschung habe ihr „Horrorszenario“ aufgegeben, der IPCC habe RCP8.5 als unplausibel aussortiert, und damit falle die Legitimation für Energiewende, Pariser Klimaabkommen und staatliche Klimapolitik. Diese Erzählung vermischt drei Dinge, die sauber getrennt werden müssen: eine echte Aktualisierung der wissenschaftlichen Szenarien, eine seit Jahren bekannte Debatte über die Verwendung von RCP8.5, und eine politische Schlussfolgerung, die aus den Quellen so nicht folgt.
Eine KI-gestützte Analyse.