Windenergie

Bürgerenergie in Sachsen - Freitag, 5. Mai 2023, 15 Uhr - Sächsisches Klimagespräch

25. April 2023

Bürgerenergie steht für eine Energiewende hin zu den Erneuerbaren, welche auf dezentralen Strukturen basiert und in den Händen der Bürger vor Ort liegt. Die Akteure der Bürgerenergie gestalten selbstbestimmt und selbstwirksam die dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien mit und nehmen daran teil und partizipieren davon. Eine Dominanz durch Banken, Großunternehmen oder politische Einflüsse soll dabei vermieden werden.​

Innovationen aus Sachsen: Bürgerenergiegenossenschaft macht aus Windkraft und Biogas Wasserstoff und grünes Gas - Antrieb für die Verkehrswende in Mittelsachsen

18. Mai 2022

Die Mittelsächsische Bürgerenergiegenossenschaft eG vereint Bürger, die die Energiewende vor Ort unterstützen wollen. Mithilfe ihres Bürgerenergieprojekts will sie grünen Wasserstoff herstellen und regional sinnvoll verwerten.

Die Energiewende in Sachsen stockt – aber dennoch gibt es Unternehmen und Initiativen von hier, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien und innovative Energiekonzepte in Deutschland und Europa vorantreiben. Hier stellen wir sie vor.

Die Idee reifte schon lange. Bereits vor fünf, sechs Jahren sinnierten Jan Gumpert von der Agraset-Agrargenossenschaft eG Naundorf und Frank Bündig mit seiner Energieanlagen GmbH darüber, wie man die Landmaschinen der Agraset weg vom Diesel bringen könnte. Schließlich standen damals schon mehrere Windenergie-Anlagen direkt neben dem Landwirtschaftsbetrieb. Könnte man da nicht was in Richtung Wasserstoff und grüne Gase aus Windenergie und Biogas machen …?

Als dann der Landrat auf die Clean Vehicles Directive der Europäischen Union aufmerksam machte, die Verkehrsunternehmen zukünftig dazu verpflichtet, in nachhaltige und energieeffiziente Straßenfahrzeuge zu investieren, kam eines zum anderen. Denn nun hatte auch das benachbarte Verkehrsunternehmen RegioBus plötzlich Interesse an alternativen Antrieben.

Und so ging es los. Die Mittelsächsische Bürgerenergiegenossenschaft eG (MSE) wurde im Juni 2020 gegründet. Ihren Sitz hat die Genossenschaft im mittelsächsischen Erlau bei Mittweida. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, mittels nachhaltiger Energiekonzepte die regionale Vielfalt zu erhalten. Die Genossenschaft möchte Bürgerinnen und Bürger vereinen, die bereit sind, die Energiewende voranzutreiben und sich finanziell beteiligen möchten.

Als starke regional verankerte Partner sind die Agraset-Agrargenossenschaft eG Naundorf, die Energieanlagen Frank Bündig GmbH, die seit 2021 zur Sachsenenergie AG gehört, die Volksband Mittweida eG und die Regiobus GmbH Mittelsachsen mit an Bord. Ihr Ziel: Der Aufbau und Betrieb einer lokal regenerativen Energieversorgung. Die Genossenschaftsmitglieder werden zudem an den Einnahmen der Energieprojekte finanziell beteiligt.

Das Bürgerenergieprojekt: Strom, Biogas und Wasserstoff

Im Bürgerenergieprojekt steht die Stromproduktion aus den erneuerbaren Energien Windkraft und Biogas im Fokus. Der grüne Strom aus Windkraft soll die Wasserelektrolyse und damit die Produktion von grünem Wasserstoff speisen. Dieser Wasserstoff wird wiederum direkt vor Ort eingesetzt: im regionalen Busverkehr, für Landmaschinen und Traktoren. Außerdem soll es eine öffentliche H2-Tankstelle geben, an der auch Autos Wasserstoff tanken können. Da die RegioBus für den Innerstädtischen Verkehr auch über batteriebetriebene Busse nachdenkt, soll der Strom aus Wind und Biogas auch zum Aufladen dieser Fahrzeuge genutzt werden. Überschüssiger Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Zusätzlich zur Wasserstoffproduktion will die Genossenschaft Photovoltaikanlagen auf Dachflächen von kommunalen Kindergärten, Schulen und Sportstätten installieren. Sie sollen die dort erzeugten Grünstrom unmittelbar und preiswert zur Verfügung stellen. Zudem bietet die Genossenschaft Unterstützung beim Umstieg von fossilen auf erneuerbare Brennstoffe an. Hier liefern sie z.B. regional erzeugte Holzhackschnitzel für Heizungen. [mehr]

Mitschnitt: Im Licht der Pariser Klimaziele: Wo steht die sächsische Energiewende 2021?

3. September 2021

Die Sommerpause ist vorbei! Wir haben wieder zu einem Sächsischen Klimagespräch eingeladen. Eine Woche vor der VEE-Jahrestagung haben wir uns der Frage zugewandt, wie es um die sächsische Energiewende steht. Konnte der faktische Ausbaustopp beendet werden? Ist der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in dem letzten Jahr gestiegen? Oder gar gefallen? Im Detail haben wir den aktuellen Stand der Energiewende in Sachsen unter die Lupe genommen. Hierzu haben wir uns den Experten Hans-Jürgen Schlegel, Referent Klimaschutz a. D., ins virtuelle Studio eingeladen.

Im Licht der Pariser Klimaziele: Wo steht die sächsische Energiewende 2021?

24. August 2021

Die Sommerpause ist vorbei! Wir laden wieder zu einem Sächsischen Klimagespräch am Freitag, den 3. September 2021, 14 Uhr, ein. Eine Woche vor der VEE-Jahrestagung wollen wir uns der Frage zuwenden, wie es um die sächsische Energiewende steht. Konnte der faktische Ausbaustopp beendet werden? Ist der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in dem letzten Jahr gestiegen? Oder gar gefallen? Im Detail wollen wir den aktuellen Stand der Energiewende in Sachsen unter die Lupe nehmen.

Akzeptanz durch kommunale Beteiligung

7. Februar 2021

Das Feedback zeigt uns, wir sind mit unseren Sächsischen Klimagesprächen auf dem richtigen Weg, einen Beitrag dazu zu leisten, Klimaschutz und Energiewende in Sachsen transparenter zu machen. In unserer dritten Runde am Freitag, den 26. Februar 2021, werden wir uns der Frage zuwenden, ob kommunale Beteiligung, wie sie z.B. im EEG 2021 weiter ausgebaut wird, zu einer weiteren Akzeptanzsteigerung führt und wie diese kommuniziert werden muss. Da der Teufel oftmals im Detail steckt, werden wir auch beleuchten, welche rechtlichen Fallstricke zu vermeiden sind.

Innovationen aus Sachsen: Nachrüsten statt austauschen - ZOPF Energieanlagen GmbH

26. Januar 2021

Elektronik für Windanlagen ist schwer in Stand zu halten – deswegen werden oft ganze Schränke voll Bauteile ausgetauscht. ZOPF stellt sich mit hochspeziellen Komponenten der Wegwerfmentalität in der Industrie entgegen.

Die Energiewende in Sachsen stockt – aber dennoch gibt es Unternehmen von hier, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien und innovative Energiekonzepte in Deutschland und Europa vorantreiben. Hier stellen wir sie vor.

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Foto © Anja Jungnickel

Wie so viele gute Geschäftsideen ist auch diese aus der Not geboren: Andreas Arens, Geschäftsführer der „ZOPF Energieanlagen GmbH“, kam eines Tages in die Bredouille. Die Geschichte beginnt ab dem Jahr 1992, als Arens mit ZOPF die erste Welle von Windkraftstandorten konzipierte. „Seitdem haben wir 140 Anlagen errichtet, von denen wir 45 selbst betreiben“, berichtet Arens.

Im Jahr 2005 liefen die Gewährleistung oder Wartungsverträge der ersten Anlagen aus. Auch der Ersatzteilbezug über die WKA-Hersteller gestaltete sich ob des Booms an anderer Stelle zusehends schwieriger – Arens und sein Team mussten sich selbst um die Technik kümmern. Andreas Arens erinnert sich: „Mechanische Bauteile zu bekommen, war einfach – aber bei der Elektronik mussten wir uns selbst helfen.“ Das war die Initialzündung.

Komponentenausfälle für wenige Euro mit hohen Folgekosten

In Windturbinen kommt teure Elektronik zum Einsatz: zum Beispiel sogenannte Frequenzumrichter. Der mit Windturbinen erzeugte Strom kann nur mit einer Frequenz von 50 Hz in das öffentliche Netz eingespeist werden. Die Frequenz des erzeugten Stroms hängt von der Drehzahl des Windrades ab. Abhängig von der Windgeschwindigkeit drehen sich Windräder unterschiedlich schnell und treffen deshalb die benötigte Frequenz nicht. Der Frequenzumrichter regelt die Frequenz des Stroms auf die passenden 50 Hz ein.

„Diese Stromrichter sind wie ein bunt gefüllter Kleiderschrank, der diverse Ansteuerplatinen, viele Schalter, IGBT, Kondensatoren, Kupferkabel, Umformer und so weiter enthält. Ist nun ein kleines Bauteil auf der Platine oder dem Leistungsteil als sogenanntes Herzstück defekt, müssen teure Baugruppen bis hin zum kompletten Umrichter ersetzt werden“, berichtet Andreas Arens. Kostenpunkt eines Frequenzumrichters: 80.000 Euro. Dabei ist beim Herzstück oder der Platine vielleicht nur eine Komponente für wenige Euro defekt, aber nicht mehr erhältlich.

Aus Alt mach Neu

Und hier setzt Andreas Arens mit seinem Team an. „Wir empfinden die Funktionalität dieser Bauteile nach, bringen aber die Leistungselektronik in das neue Zeitalter“, erklärt er. „Wie ein altes Auto: den Dieselmotor raus, E-Antrieb rein.“ Denn ZOPF wirtschafte nach dem Nachhaltigkeits-Ansatz: „Wir wollen die Ex-und-hopp-Gesellschaft hinter uns lassen.“.

Andreas Arens und sein 25-köpfiges Team haben sich auf Bauteile der Frequenzumrichter spezialisiert und zum Ziel gesetzt, die Leistungsfähigkeit bestehender Systeme zu verbessern, die Robustheit zu erhöhen und die Lebensdauer zu verlängern.

Die hohe Nachfrage gibt den Leipzigern Recht. Mit der eigenen Herstellung von Leistungselektronischen Bauteilen beliefert das Unternehmen mittlerweile auch klassische Industrien und kommt immer dann zum Zuge, wenn ursprüngliche Lieferketten versagen.“ „Ob ein Windpark in Kanada, Solarfeld in Korea, Stahlwerk in Russland, Antrieb eines Forschungsschiffes – die Liste spezieller Anfragen, wo wir helfen konnten, wird immer länger. Nur in unserem Heimatland Sachsen kamen wir kaum zum Zuge – und das liegt an der rückwärtsgewandten Politik“, bedauert Arens.

Sachsens Energiewende ein „Investitionshemmnis“

Für Sachsens Energiewende sieht Andreas Arens großen Handlungsbedarf. Die meisten Kunden stammen von außerhalb Sachsens. Hier vor Ort bestehe kein Bedarf: „Seit eineinhalb Jahrzehnten steht die Energiewende in Sachsen still. Es kommt nichts Nennenswertes hinzu“, sagt Arens. „Das ist ein Investitionshemmnis für uns. Wir entwickeln für einen nachhaltigen Wirtschaftsbereich, der in Sachsen politisch völlig verschlafen wurde.“

Das spiegele sich auch in der fehlenden Akzeptanz der Bevölkerung wider. Wenn die Politik bezüglich der Energiewende nur Probleme heraufbeschwört, anstatt die Chancen aufzuzeigen, verstärke das die Vorurteile in der Bevölkerung.

„Was wir brauchen, ist ein komplettes Umdenken.“