Ökostrom wächst in Sachsen kaum noch

Foto Kurzstudie Stand der Erneuerbaren Energien in Sachsen 2002 bis 2016_0.pngDie Geschichte der Erneuerbaren Energien in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2016 wurde bereits jede dritte verbrauchte Kilowattstunde Strom rechnerisch durch Erneuerbare Energien erzeugt.

Für andere Bereiche außerhalb des Stromsektors besteht jedoch dringender Handlungsbedarf. Insbesondere ist der Verbrauch fossiler Energieträger, besonders im Wärmesektor und Verkehrssektor, weiterhin zu hoch. Damit einher geht auch der Ausstoß von Treibhausgasen. Für das Erreichen der Klimaschutzziele und eine erfolgreiche Transformation des gesamten Energiesystems ist es deshalb ein noch langer Weg.

Im Auftrag der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat die VEE Sachsen e.V. im Februar 2017 eine Kurzstudie zum Stand der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen unter Berücksichtigung der Entwicklung von 2002 bis 2016 erstellt. In Ihrer Pressemitteilung fast Dr. Gerd Lippold das Ergebnis in einem Satz zusammen:

Verheerende Bilanz - Freistaat wird immer mehr von den Chancen der Energiewende in Deutschland abgekoppelt

Die Entwicklung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen ist als stagnierend zu bewerten. Während der Anteil des Bruttostromverbrauches aus Erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahre 2016 auf fast 33 % stieg, hinkt Sachsen hinterher. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Nettostromverbrauch lag in Sachsen im Jahr 2016 bei 26,4 %.

Während der Zuwachs im Jahre 2015 im Vergleich zum Jahr 2014 immerhin noch 3 % betrug, waren es im Jahre 2016 zum Jahr 2015 gerade einmal 0,5 %.

Bei der Photovoltaik erfolgte eine Leistungsinstallation von gerade einmal 67 MWp.

Der Anlagenbestand von Windenergieanlagen sank um fünf Stück auf 870 Anlagen. Es wurden 14 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 12,85 MW zurückgebaut und neun Anlagen mit einer Gesamtleistung von 25,3 MW zugebaut. Die installierte Leistung bei Windenergieanlagen wuchs damit gerade einmal um rund 12 MW auf 1.160 MW.

Auch die Aussicht auf das Jahr 2017 verspricht hier bei der Windenergie keine wesentliche Verbesserung. Mit 92 MW genehmigter, aber noch nicht installierter Leistung, wäre dies zwar wesentlich mehr als im Jahr 2016. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob dies tatsächlich realisiert wird. Verglichen mit den meisten Bundesländern bildet Sachsen auch in der Prognose fast das Schlusslicht.

Die installierte Leistung von Wasserkraftanlagen hat sich über die Jahre nur gering geändert.

Die installierte Leistung von Biomasseanlagen (Fest, Flüssig, Gas) stieg im Jahre 2016 um 0,6 %.

Damit Sachsen in Zukunft nicht den Anschluss an die Gesamtentwicklung der Erneuerbaren Energien in Deutschland verliert, ist erheblicher Handlungsbedarf geboten.

Studie und Pressemitteilung:

Presseschau: