Erneuerbare Energien in Sachsen – GRÜNE: Ausbau kommt nicht in Schwung
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag
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Bernhard-von-Lindenau Platz 1, 01067 Dresden
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Pressemitteilung
Nr. 52/2017
Datum: 23.02.17
Erneuerbare Energien in Sachsen – GRÜNE: Ausbau kommt nicht in Schwung
Lippold: Verheerende Bilanz - Freistaat wird immer mehr von den Chancen der Energiewende in Deutschland abgekoppelt
Dresden. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Sachsen kommt noch immer nicht in Schwung." Dieses Fazit zieht Dr. Gerd Lippold, energiepolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, nach der Vorstellung einer Studie, die die Entwicklung der erneuerbaren Energien im Freistaat von 2002 bis 2016 untersuchte.
Nach den vorliegenden Zahlen ist der Anteil der (Brutto-) Stromerzeugung der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch 2016 nur um 0,6 Prozentpunkte gegenüber 2015 auf 26,4 Prozent angestiegen. Bundesweit sind es bereits 36 Prozent.
"CDU und SPD waren Ende 2014 mit einem Koalitionsvertrag gestartet, der den Abschied von der Energiewende-Blockade der Vorgängerregierung versprach", erinnert Lippold. "Die Ausbauziele für erneuerbare Energien sollten an die Ziele des Bundes angeglichen werden. Das heißt, statt der im Jahr 2012 im alten Energie- und Klimaprogramm der CDU/FDP-Koalition vorgesehenen 28 Prozent Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch bis 2023 nun 35-40 Prozent anzusteuern."
"Die Bilanz nach zwei Jahren sieht jedoch - trotz vollmundiger Ankündigungen aus dem Wirtschaftsministerium - verheerend aus. Der bundesweite Boom des Jahres 2016 beim Windenergieausbau ging an Sachsen komplett vorbei", kritisiert der Abgeordnete. "Mit neun neuen Windkraftanlagen und dem Abbau von 14 alten Anlagen wurden sogar mehr Anlagen ab- als aufgebaut. Auch für 2017 ist keine Besserung in Sicht."
"Grün (mit)regierte Bundesländer wie Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zeigen dagegen, wie wirkungsvoll Landespolitik in der Energiewende umsteuern kann", erklärt Lippold. "In Rheinland-Pfalz wurden im letzten Jahr mit 79 Anlagen siebenmal so viel Windenergieanlagen installiert und selbst im kleineren Thüringen mit 48 Anlagen noch fünfmal so viel. Im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg stieg der Zubau um 140 Prozent auf 124 Anlagen."
"Das beweist, dass bisherige Blockaden nicht in unüberwindlichen Schwierigkeiten von Planungs- und Umsetzungsprozessen begründet liegen. Sie sind politischer Natur und können durch entschlossenes Regierungshandeln auch aufgelöst werden."
"Sachsen fällt im Wettbewerb der Standorte um eine zukunftsfähige Energiewirtschaft weiter zurück, damit profitieren die Menschen im Freistaat auch nicht von den wirtschaftlichen Chancen."
Der Abgeordnete wirft Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) "mangelnde Durchsetzungsfähigkeit" vor. "Die Zielstellung des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Sachsen aus dem Koalitionsvertrag gehören in das Energie- und Klimaprogramm des Freistaats. Nur so können sie zur Planungsgrundlage werden und zum Erfolg führen."
"Auch die Photovoltaikbranche ist im Vergleich zu den Nachbarländern weiter zurückgefallen", bemängelt Lippold. "So wurden im letzten Jahr nur 62 Megawatt (MW) neue Photovoltaikkapazität aufgebaut. Das bedeutet Rang 10 im Bundesvergleich. In den ostdeutschen Nachbarländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurde jeweils mehr als die doppelte Leistung installiert. Das schlägt sich auch in Bilanzen der Installationsbetriebe und der verbliebenen Industrie nieder. Bereits in den Jahren 2012 und 2013 verlor die EE-Branche in Sachsen weit mehr Arbeitsplätze (-16 Prozent gegenüber 2011) als im bundesweiten Durchschnitt (-0,14 Prozent)."
Aktuellere Zahlen liegen nicht vor, da Wirtschaftsminister Dulig diese nicht mehr erheben lässt.
Die Studie wurde im Auftrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von der Vereinigung zur Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien Sachsen (VEE Sachsen e.V.) erarbeitet.
Energiedialog Februar 2017
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Erneuerbare in Sachsen
Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung lag 2021 in Sachsen bei 17,9%, während dieser in Deutschland bereits bei 42,4% lag. Sachsen gehört damit im Bundesländervergleich bei den Flächenländern zum Schlusslicht.

Photovoltaik
Anfang 2026 sind in Sachsen mindestens 205.457 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 5.461,5 MW in Betrieb. Während im Jahr 2024 rund 43.600 Anlagen mit einer Leistung von 1.154,5 MW in Betrieb gegangen sind, waren es im Jahr 2025 nur rund 33.700 Anlagen mit einer Leistung von 756,8 MW gewesen.
Damit hat sich die gute Ausbaugeschwindigkeit des Jahres 2024 im Jahr 2025 fast halbiert.

Windkraft
Die Windkraft ist das Sorgenkind der Erneuerbaren in Sachsen. Ende 2025 waren im Freistaat 870 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.423 MW installiert. Die geringen Zubauzahlen der vergangenen Jahre setzten sich auch 2025 fort: Es wurden lediglich 13 Anlagen mit einer Leistung von 65,86 MW neu errichtet.
Auch die Genehmigungszahlen lagen 2025 mit 32 Genehmigungen deutlich unter dem Niveau anderer Bundesländer. In Sachsen wurden damit 164 MW genehmigt, in Thüringen im gleiche Zeitraum 475 MW und in Nordrhein-Westfalen 5.942 MW.

Wasserkraft
Anfang 2026 sind in Sachsen 432 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 94,6 MW in Betrieb. 2025 ist eine Anlage mit einer Leistung von 0,1 MW neu in Betrieb gegangen, im Jahr 2024 drei Anlagen mit einer Leistung von 0,1 MW.
Ein wesentlicher Zubau von Anlagen ist - trotz vorhandener Potenziale - in den letzten Jahren nicht erfolgt. Mit Sorge wird der zunehmende Abriss von Wehren, welche für Wasserkraftanlagen ertüchtigt werden könnten, beobachtet.

Biomasse
Anfang 2026 sind in Sachsen mindestens 622 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 316,0 MW in Betrieb.
Im Jahr 2025 sind es ingesamt 5 Anlagen mit einer Leistung von 1,9 MW neu in Betrieb gegangen, im Jahr davor 9 Anlagen mit einer Leistung von 8,4 MW.

Geothermie
Geothermische Anlagen zur Stromerzeugung spielen bislang in Sachsen keine bedeutende Rolle.
Im Jahr 2023 waren in Sachsen rund 19.002 Erdwärmeanlagen mit einer thermischen Leistung von rund 228 MW installiert.

Erneuerbare in Sachsen
Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung lag 2021 in Sachsen bei 17,9%, während dieser in Deutschland bereits bei 42,4% lag. Sachsen gehört damit im Bundesländervergleich bei den Flächenländern zum Schlusslicht.
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Die VEE Sachsen e.V. zählt zu den am längsten aktiven Netzwerken im Bereich der Erneuerbaren Energien. Als säschsischer Landesverband vertreten wir die Themen des Klimaschutzes und der Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien auf Landesebene.

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Der Lokale Agenda 21 für Dresden e. V. lädt alle Interessierten zu seinem nächsten Energiedialog ein. Als Redner konnte dieser Hans-Jürgen Schlegel, Mitglied im VEE Sachsen e.V. und Klimareferent a.D., gewinnen.