GRÜNE: Minister Dulig muss die Erneuerbaren Energien in der Koalition endlich zur Chefsache machen

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag
Pressesprecher Andreas Jahnel-Bastet, Tel. 0351-493 48 11, mobil 0174-238 76 39
Bernhard-von-Lindenau Platz 1, 01067 Dresden
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Pressemitteilung

Nr. 71/2017
Datum: 14.03.17

Aktuelle Debatte − GRÜNE: Minister Dulig muss die Erneuerbaren Energien in der Koalition endlich zur Chefsache machen

Lippold: Sachsens Zukunft als Energiestandort und viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
 
Dresden. "Während die Staatsregierung für Unterstützung der Energiewirtschaft von gestern enorme Risiken aus den Folgekosten der Braunkohle in Kauf nimmt, ist ihr die Energiewirtschaft von morgen kaum eine Überlegung wert", meint Gerd Lippold, energiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN. Darum hat die Fraktion eine entsprechende Aktuelle Debatte für Donnerstag beantragt (TOP 1, etwa 11 Uhr).
 
"Wegen dieser Haltung der Staatsregierung kommt der Ausbau sauberer Energien in Sachsen auch weiter nicht in Schwung. CDU und SPD waren Ende 2014 mit einem Koalitionsvertrag gestartet, der den Abschied von der Energiewende-Blockade der Vorgängerregierung versprach. Die Ausbauziele für erneuerbare Energien sollten an die Ziele des Bundes angeglichen werden. Statt der im alten Energie- und Klimaprogramm der CDU/FDP-Koalition aus dem Jahr 2012 vorgesehenen 28 Prozent Anteil der Erneuerbaren am (Brutto-)Stromverbrauch bis 2023 wären demnach nun bis dahin 35-40 Prozent anzusteuern."
 
2016 lag der Anteil am Bruttostromverbrauch in Sachsen lediglich bei etwa 22 Prozent, bundesweit hingegen bereits bei über 32 Prozent.
 
"Die Halbzeitbilanz dieser Regierung sieht verheerend aus. Der bundesweite Boom des Jahres 2016 beim Windenergieausbau ging an Sachsen komplett vorbei", kritisiert Lippold.
 
"Es wurden sogar mehr Windkraftanlagen ab- als aufgebaut. Auch für 2017 ist angesichts der vorliegenden Genehmigungen keine Besserung in Sicht. Alle heutigen Planungen erfolgen weiter auf Grundlage der völlig überholten Ziele des alten Energie- und Klimaprogramms der CDU/FDP-Regierung, weil Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) es bis heute nicht geschafft hat, die neuen Ausbauziele des Koalitionsvertrages in einem neuen Energie- und Klimaprogramm und in der Folge auch in der Regionalplanung zu verankern."
 
"Es ist allerhöchste Zeit, dass Minister Dulig die erneuerbaren Energien endlich in der Koalition zur Chefsache macht – Sachsens Zukunft als Energiestandort und viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel."
 
"Sachsen fällt nicht nur gegenüber den ostdeutschen Nachbarländern im Wettbewerb der Standorte um eine zukunftsfähige Energiewirtschaft weiter zurück, sondern gegenüber allen anderen Flächenländern."
 
"Damit werden die Menschen im Freistaat auch von den wirtschaftlichen Chancen der Energiewende abgehängt. Bereits in den Jahren 2012 und 2013 verlor die Branche in Sachsen weit mehr Arbeitsplätze als im bundesweiten Durchschnitt und hatte dennoch 2013 in Sachsen noch etwa siebenmal so viele direkt Beschäftigte wie die sächsische Braunkohlenwirtschaft", erläutert der Abgeordnete.
 
"Aktuellere Zahlen liegen nicht vor, da Wirtschaftsminister Dulig diese nicht mehr erheben lässt. Auch Analysen zum heimischen Anteil in der Wertschöpfungskette, etwa durch Zulieferer für die weltweit boomende Branche wurden nicht veranlasst. Wie will das Ministerium dann strategische Entscheidungen für den Energiestandort Sachsen vorbereiten?"
 
"Es ist nicht etwa die Bevölkerungsdichte, die in Sachsen ein Hindernis für den Ausbau sauberer Energiequellen darstellt. Das zeigt der rasche Fortschritt in dicht besiedelten, industrialisierten Bundesländern wie Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, wo jeweils ein Vielfaches des sächsischen Zubaus erreicht wurde. Der wesentliche Unterschied besteht in grüner Handschrift in den Landesregierungen. Das zeigt sich auch deutlich das grün-mitregierten Nachbarland Thüringen, das – obwohl kleiner als Sachsen – 2016 fünfmal mehr im Windenergieausbau erreichen konnte."
 
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Andreas Jahnel-Bastet, Pressesprecher
Tel. 0351-493 48 11, mobil 0174-238 76 39
 

In Dank und Gedenken an Dr. Eckhard Kreibich

6. März 2017

Mit Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod von Herrn Dr. Eckhard Kreibich aufgenommen. Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt unsererseits seiner Frau, seiner Familie und seinen Freunden. 

Dr. Kreibich war für unsere Geschäftsstelle immer eine wichtige Stütze. In den Zeiten ohne Geschäftsstellenleiter hat er die VEE Sachsen e.V. organisatorisch und finanziell geführt, sowie inhaltlich unterstützt. Er hat an vielen Studien mitgewirkt und einen hochwertigen Pressedienst mit Medienbeobachtungen im Bereich der Erneuerbaren Energien in Sachsen für unsere Mitglieder erstellt. Seine enge Zusammenarbeit mit den Experten und den Gremien innerhalb und außerhalb des Verbandes hat die VEE Sachsen e.V. stets begleitet und weitergebracht.

Wir werden seine Verbandsarbeit und seine kritischen Kommentare an der zu zaghaften Umsetzung der Energiewende und seinen leidenschaftlichen Einsatz für die Erneuerbaren Energien in Sachsen vermissen und Ihn in dankbarer Erinnerung behalten.

Wir wünschen seiner Frau und Familie unser herzliches Beileid.

Präsidium und Geschäftsstelle des VEE Sachsen e.V.

Ökostrom wächst in Sachsen kaum noch

Foto Kurzstudie Stand der Erneuerbaren Energien in Sachsen 2002 bis 2016_0.pngDie Geschichte der Erneuerbaren Energien in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2016 wurde bereits jede dritte verbrauchte Kilowattstunde Strom rechnerisch durch Erneuerbare Energien erzeugt.

Für andere Bereiche außerhalb des Stromsektors besteht jedoch dringender Handlungsbedarf. Insbesondere ist der Verbrauch fossiler Energieträger, besonders im Wärmesektor und Verkehrssektor, weiterhin zu hoch. Damit einher geht auch der Ausstoß von Treibhausgasen. Für das Erreichen der Klimaschutzziele und eine erfolgreiche Transformation des gesamten Energiesystems ist es deshalb ein noch langer Weg.

Im Auftrag der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat die VEE Sachsen e.V. im Februar 2017 eine Kurzstudie zum Stand der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen unter Berücksichtigung der Entwicklung von 2002 bis 2016 erstellt. In Ihrer Pressemitteilung fast Dr. Gerd Lippold das Ergebnis in einem Satz zusammen:

Verheerende Bilanz - Freistaat wird immer mehr von den Chancen der Energiewende in Deutschland abgekoppelt

Die Entwicklung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen ist als stagnierend zu bewerten. Während der Anteil des Bruttostromverbrauches aus Erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahre 2016 auf fast 33 % stieg, hinkt Sachsen hinterher. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Nettostromverbrauch lag in Sachsen im Jahr 2016 bei 26,4 %.

Während der Zuwachs im Jahre 2015 im Vergleich zum Jahr 2014 immerhin noch 3 % betrug, waren es im Jahre 2016 zum Jahr 2015 gerade einmal 0,5 %.

Bei der Photovoltaik erfolgte eine Leistungsinstallation von gerade einmal 67 MWp.

Der Anlagenbestand von Windenergieanlagen sank um fünf Stück auf 870 Anlagen. Es wurden 14 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 12,85 MW zurückgebaut und neun Anlagen mit einer Gesamtleistung von 25,3 MW zugebaut. Die installierte Leistung bei Windenergieanlagen wuchs damit gerade einmal um rund 12 MW auf 1.160 MW.

Auch die Aussicht auf das Jahr 2017 verspricht hier bei der Windenergie keine wesentliche Verbesserung. Mit 92 MW genehmigter, aber noch nicht installierter Leistung, wäre dies zwar wesentlich mehr als im Jahr 2016. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob dies tatsächlich realisiert wird. Verglichen mit den meisten Bundesländern bildet Sachsen auch in der Prognose fast das Schlusslicht.

Die installierte Leistung von Wasserkraftanlagen hat sich über die Jahre nur gering geändert.

Die installierte Leistung von Biomasseanlagen (Fest, Flüssig, Gas) stieg im Jahre 2016 um 0,6 %.

Damit Sachsen in Zukunft nicht den Anschluss an die Gesamtentwicklung der Erneuerbaren Energien in Deutschland verliert, ist erheblicher Handlungsbedarf geboten.

Studie und Pressemitteilung:

Presseschau:

Symbol: Erneuerbare Energien in Sachsen

Erneuerbare in Sachsen

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung lag 2021 in Sachsen bei 17,9%, während dieser in Deutschland bereits bei 42,4% lag. Sachsen gehört damit im Bundesländervergleich bei den Flächenländern zum Schlusslicht.

 

Symbol: Photovoltaik in Sachsen

Photovoltaik

Anfang 2026 sind in Sachsen mindestens 205.457 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 5.461,5 MW in Betrieb. Während im Jahr 2024 rund 43.600 Anlagen mit einer Leistung von 1.154,5 MW in Betrieb gegangen sind, waren es im Jahr 2025 nur rund 33.700 Anlagen mit einer Leistung von 756,8 MW gewesen. 

Damit hat sich die gute Ausbaugeschwindigkeit des Jahres 2024 im Jahr 2025 fast halbiert

 

Symbol: Windkraft in Sachsen

Windkraft

Die Windkraft ist das Sorgenkind der Erneuerbaren in Sachsen. Ende 2025 waren im Freistaat 870 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.423 MW installiert. Die geringen Zubauzahlen der vergangenen Jahre setzten sich auch 2025 fort: Es wurden lediglich 13 Anlagen mit einer Leistung von 65,86 MW neu errichtet.

Auch die Genehmigungszahlen lagen 2025 mit 32 Genehmigungen deutlich unter dem Niveau anderer Bundesländer. In Sachsen wurden damit 164 MW genehmigt, in Thüringen im gleiche Zeitraum 475 MW und in Nordrhein-Westfalen 5.942 MW.

Symbol: Wasserkraft in Sachsen

Wasserkraft

Anfang 2026 sind in Sachsen 432 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 94,6 MW in Betrieb. 2025 ist eine Anlage mit einer Leistung von 0,1 MW neu in Betrieb gegangen, im Jahr 2024 drei Anlagen mit einer Leistung von 0,1 MW. 

Ein wesentlicher Zubau von Anlagen ist - trotz vorhandener Potenziale - in den letzten Jahren nicht erfolgt. Mit Sorge wird der zunehmende Abriss von Wehren, welche für Wasserkraftanlagen ertüchtigt werden könnten, beobachtet.

 

Symbol: Biomasse in Sachsen

Biomasse

Anfang 2026 sind in Sachsen mindestens 622 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 316,0 MW in Betrieb. 

Im Jahr 2025 sind es ingesamt 5 Anlagen mit einer Leistung von 1,9 MW neu in Betrieb gegangen, im Jahr davor 9 Anlagen mit einer Leistung von 8,4 MW.

 

Symbol: Geothermie in Sachsen

Geothermie

Geothermische Anlagen zur Stromerzeugung spielen bislang in Sachsen keine bedeutende Rolle. 

Im Jahr 2023 waren in Sachsen rund 19.002 Erdwärmeanlagen mit einer thermischen Leistung von rund 228 MW installiert.

 

Symbol: Erneuerbare Energien in Sachsen

Erneuerbare in Sachsen

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung lag 2021 in Sachsen bei 17,9%, während dieser in Deutschland bereits bei 42,4% lag. Sachsen gehört damit im Bundesländervergleich bei den Flächenländern zum Schlusslicht.

 

Über uns 

Die VEE Sachsen e.V. zählt zu den am längsten aktiven Netzwerken im Bereich der Erneuerbaren Energien. Als säschsischer Landesverband vertreten wir die Themen des Klimaschutzes und der Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien auf Landesebene.

Mitglied werden

Gemeinsam wollen wir 100 % Erneuerbare Energien in Sachsen erreichen! Unsere Arbeit können Sie auf vielfältige Art und Weise unterstützen - werden Sie Mitglied in unserem Verband.

Bürgerenergie

Bürgerenergiegemeinschaften können maßgeblich zur Energiewende und zur Steigerung der Akzeptanz erneuerbarer Energien beitragen. 

Wir stärken und fördern Bürgerenergie und Bürgerenergiegemeinschaften.

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