Förderung der Akzeptanz von Erneuerbaren Energien - Eine Aufgabe der zukünftigen Regierung in Sachsen

VEE Sachsen e.V.
Presseerklärung 03/2019 vom 24.10.2019

Sachsen. Die Einhaltung der Pariser Klimaziele und die Umsetzung der Bundesziele zum Klimaschutz auch in Sachsen wird nur möglich sein, wenn der faktische Ausbaustillstand der Erneuerbaren Energien mit entsprechenden Maßnahmen beendet wird und das vorhandene sächsische Potential zur Teilhabe und Umsetzung der Energiewende genutzt wird.

Hierzu bedarf es auch der Akzeptanzsteigerung der Erneuerbaren Energien, insbesondere im ländlichen Raum. Begleitet durch eine Servicestelle ErneuerbareEnergien können konsequente Bürgerbeteiligung und Beachtung der Verteilungsgerechtigkeit die Akzeptanz fördern. Das Ende des Ausbaustillstandes würde darüber hinaus nicht nur dem Mittelstand in Sachsen zugutekommen und dem Erhalt von Arbeitsplätzen in Sachsen dienen, sondern auch die Rolle Sachsens als Energieland trotz Beendigung der Braunkohleverstromung erhalten.

Wir fordern daher die Einrichtung einer Servicestelle ErneuerbareEnergien ähnlich der Thüringer Energie- und Green-Tech-Agentur (ThEGA) oder vergleichbarer Servicestellen in anderen Bundesländern. Diese soll vom Freistaat Sachsen mit den erforderlichen finanziellen Mitteln ausgestattet und mit erfahrenen und praxiserprobten Mitarbeitern besetzt werden, welche bereits Berufserfahrungen im Bereich Projektentwicklung Erneuerbare Energien, Genehmigung und Realisierung vorweisen können. Die wesentliche Aufgabe der neu einzurichtenden Servicestelle soll die Beratung und Mediation von Kommunen, Bürgern und Projektentwicklern sein, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Sachsen voranzubringen. Dazu gehört eine breit angelegte und medial begleitete Aufklärungsarbeit mit Informationen zum Klimawandel, den Folgen und der Notwendigkeit des Umbaus der Energiewirtschaft von der fossilen hin zu erneuerbaren Energien. Adressaten der Aufklärungsarbeit müssen neben der breiten Öffentlichkeit insbesondere Kommunen und öffentliche Verwaltungen, aber auch Bildungseinrichtungen.

Für die Wahrnehmung und die Akzeptanz von Windenergievorhaben sind Fragen der Verteilungsgerechtigkeit von großer Bedeutung. Um Verteilungsgerechtigkeit im Sinne einer finanziellen Teilhabe (direkt durch persönliche Teilhabe oder indirekt durch Beteiligung der Kommunen) zu ermöglichen, muss ein entsprechender Zugang möglich sein. Die ist nicht mit einzelnen „Groß-Projekten“ zu erreichen, sondern nur, wenn auch kleine Energieparks ermöglicht werden. Bei der Windenergie sollen daher Vorrangflächen für Windenergie ab sieben Hektar und einer Windenergieanlage zulässig sein.

Photovoltaikanlagen in Sachsen sollen konsequent gefördert werden. Dazu bedarf es unter anderem der Freigabe von landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten für Freiflächenphotovoltaik.

Neben der Förderung von Bürgerbeteiligungs- und Energiegenossenschaftsmodellen muss auch die Möglichkeit einer kommunalen Beteiligung an Projekten der Erneuerbaren Energien geschaffen werden. Hierzu ist eine Änderung der Regelungen in der Sächsischen Gemeindeordnung erforderlich.

Frühzeitige Bildung und Heranführung an das Thema der Nutzung Erneuerbarer Energien durch finanzielle Aufstockung und Ausbau des Bildungsangebotes der SAENA für Schulen (sog. Unterrichtsmodule) schafft darüber Aufklärung auch für die Zukunft. Dabei sollte das Angebot allen Schulen zugänglich gemacht werden.

Aktuell sind im Bereich der Erneuerbaren Energien mindestens 7.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Sachsen beschäftigt. Das Ende des faktischen Ausbaustillstandes hilft, diese Arbeitsplätze zu sichern, den Mittelstand in Sachsen zu erhalten und die regionale Wertschöpfung zu stärken.

Dresden, 24.10.2019
Dr. Wolfgang Daniels

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Vom Klärwerk zum Energiepark - Besuchen Sie mit uns die Faultürme von Dresden - Freitag, 15. November 2019, 15:00 Uhr

Mittwoch, 16. Oktober 2019 - 08:00
VEE Sachsen e.V.

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(Foto: Dr. Jörg Blobelt (retret 29.12.2018) - Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license)

Der Wasserkraftverband Mitteldeutschland e.V. und die VEE Sachsen e.V. laden Mitglieder und Interessierte zu einer gemeinsamen Führung durch das Klärwerk Dresden-Kaditz inkl. dem Bestieg der 35 Meter hohen Fauleier ein. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum weiteren Austausch und zur Vernetzung bei Speisen und Getränken in einem nahe gelegenen Restaurant.

Der Betrieb von Abwasser- und Schlammbehandlungsanlagen im Klärwerk Kaditz erfordert einen hohen Einsatz an Elektro- und Wärmeenergie, der Stromverbrauch im Jahr 2016 betrug 23.500 MWh. . Bis 2011 wurde für die Trocknung des Klärschlamms teures Erdgas verwendet. Die Kosten beliefen sich auf 1,7 Millionen Euro im Jahr. Doch im Klärschlamm steckt pure Energie. Inzwischen werden jährlich 18.000 Megawattstunden Elektroenergie aus Klärgas produziert.

Ziel ist, künftig ganz ohne zusätzliche Energie auszukommen. Dafür werden auch die Kraft von Wasser und Sonne genutzt. So ist im Auslauf der Kläranlage zur Elbe, welche einen Höhenunterschied von ca. 6 Metern aufweist, eine Kaplanturbine zur Energiegewinnung installiert, welche mit einer Nennleistung von 120 Kilowatt jährlich ca. 680 Megawattstunden produziert. Eine Photovoltaikanlage mit 949 Modulen auf dem Dach des Regenüberlaufbeckens erzeugt einen Jahresertrag von 180 Megawattstunden. Eine weitere Option für die Stadtentwässerung Dresden sind E-Mobilität und der Einsatz von Bio-Erdgas-Fahrzeugen.

  • Freitag, 15. November 2019, 15:00 Uhr
  • Kläranlage Kaditz, Scharfenberger Str. 152, 01139 Dresden
  • Bitte beachten: Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung!

Los geht es mit dem 20minütigen Film „Weg des Dresdner Abwassers“. Anschließend geht es hinaus zu einer etwa 2stündigen Führung durch den Klärpark inklusive Bestieg der 35 Meter hohen Fauleier.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit, bei entspannten Beisammensein im nahe gelegenen Restaurant "Wirtshaus Lindenschänke" bei Speisen und Getränken auf Selbstzahlerbasis ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung ist kostenfrei! Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, melden Sie sich frühzeitig an!

Eine Anmeldung über das nachfolgende Anmeldeformular ist daher erforderlich:

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Klimaschutz und sächsische Energiestrategie in der Kenia-Koalition?

VEE Sachsen e.V.
Presseerklärung 02/2019
11.09.2019

Sachsen. Nachdem CDU, SPD und GRÜNE am Wochenende den Weg für eine mögliche Regierungskoalition geebnet haben, stehen nun Abstimmungen und Sondierungsgespräche an, die zuerst parteiintern und dann, nach Zustimmung der entsprechenden Gremien, in einen möglichen Koalitionsvertrag münden.

Interessant sind insbesondere die gemeinsamen Ziele zum Klimaschutz und zur Energiestrategie in Sachsen. Diese beiden Themen haben in den letzten Monaten an Aufmerksamkeit gewonnen, nicht zuletzt durch die freitäglichen wiederkehrenden Demonstrationen der Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Fridays For Future - Bewegung. Doch welche Schnittmenge gibt es eigentlich zwischen CDU und insbesondere den GRÜNEN in diesem Themenfeld? Sind hier zukünftig überhaupt gemeinsame Konzepte und Ziele möglich?

Zur Beantwortung dieser Fragen hat der Verband VEE Sachsen e.V. im Vorfeld der Landtagswahl die Parteien mit sogenannten Wahlprüfsteinen um Antworten gebeten.

Das Ergebnis zeigt: CDU, SPD und GRÜNE stimmen erstaunlich weit überein.

In den Zielen und auch den Zwischenzielen (Pariser Abkommen, Klimaschutzgesetz, neues Energie- und Klimaprogramm) ist man sich in den Überschriften sehr nah.

Konsens zwischen CDU und GRÜNEN herrschen insbesondere in den Fragen zur Einhaltung des 1,5°C - Zieles aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, einer CO2-Bepreisung, der Forcierung von Speichermöglichkeiten sogenannter PowerToX-Technologien in der Lausitz, der Beschleunigung und Vereinheitlichung von Raumordnungs- und Genehmigungsverfahren sowie dem Ausbau von Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität. Auch über eine zukünftig wichtigere Rolle der sächsischen Energieagentur SAENA herrscht Einigkeit zwischen den beiden Parteien.

Bei konkreten Fragen zum weiteren Ausbau der Windenergie, wie einem Artenschutzrechtlichen Leitfaden, der Einrichtung einer Servicestelle „Windenergie“, der wirtschaftliche Beteiligung betroffener Kommunen und bei der Beschleunigung der Genehmigungsverfahren, sind die Positionen der drei Parteien nicht unüberwindbar.

Bei einer Diskussion ohne ideologische Scheindebatten auf allen Seiten, sollte ein umsetzbares Ergebnis im Sinne einer zukünftigen Rolle Sachsens als Energieland gefunden werden können.

Die VEE-Wahlprüfsteine mit Antworten der Parteien zur Landtagswahl in Sachsen finden sich unter:

https://www.vee-sachsen.de/ltw2019

Dresden, 11.09.2019
Dr. Wolfgang Daniels

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Klimaschutz in Sachsen. Unsere Veranstaltungen zur Landtagswahl 2019 in Leipzig, Dresden und Görlitz

Montag, 09. September 2019 - 11:10
VEE Sachsen e.V.

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Im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen am 1. September 2019 organisierte der VEE Sachsen e.V. in Kooperation mit dem BWE Landesverband Sachsen drei Veranstaltungen in denen Bürgerinnen und Bürger sowie Fachkräfte aus dem Bereich Erneuerbare Energien die Gelegenheit hatten auf Augenhöhe mit Politikerinnen und Politikern der Landtagsfraktionen zu diskutieren. Die Veranstaltungen wurden unterstützt vom Bundesverband Elektromobilität und Enercon.

Zum Auftakt fanden sich ca. 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 22. August im wunderschönen Historischen Wartesaal im Leipziger Hauptbahnhof ein. Nach einem kurzen Impulsvortrag von Ruth Brand-Schock der Enercon GmbH stellten sich Dr. Stephan Meyer (CDU), Jörg Vieweg (SPD), Dr. Gerd Lippold (Grüne), Marco Böhme (Linke) und Franziska Rudolph (FDP) in einem Fishbowl den vielfältigen Fragen der interessierten Gästen und positionierten sich in Bezug auf die Energie- und Klimapolitik. Bezüglich der Einhaltung des Pariser Klimaziels von 1,5 Grad waren sich die Vertreter der anwesenden Fraktionen einig. Diese Diskussionsrunde wurde in einem Videomitschnitt dokumentiert und ist auf der Webseite des VEE Sachsen e.V. hier zu sehen. Bei einem gemeinsamen Imbiss mit Pizza und Getränken gab es im Anschluss Gelegenheit für persönliche Begegnungen und weiterführende Gespräche, die diesen gelungenen Abend abrundeten.

Die folgenden Veranstaltungen in Dresden und in Görlitz hatten mit World-Café und Podiumsdiskussion ein anderes Format. Vor dem Podiumsgespräch mit den geladenen Politikern gab es für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit an moderierten Thementischen miteinander und mit den Politikern in einen direkten lebendigen Austausch zu kommen. Aus den verschiedenen Positionen, Meinungen und Impulsen wurden Forderungen formuliert, die im anschließenden Podium die Grundlage der Diskussion bildeten.

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Welche Energie- und Klimapolitik wählt Sachsen?

Freitag, 30. August 2019 - 09:12
VEE Sachsen e.V.

Mit der Landtagswahl am 1. September 2019 werden die Weichen für den Klimaschutz und die Energiepolitik in Sachsen neu gestellt. Mit welchen Ideen wollen die Parteien die in Sachsen stagnierende Energiewende in den nächsten Jahren voranbringen? Wie wollen die Parteien das Pariser Klimaziel von 1,5 Grad einhalten?

Wir haben mit Vertretern der Parteien die Frage diskutiert: "Wie geht es weiter mit der Energie- und Klimapolitik in Sachsen?" 

Von Seiten der Politik dabei: CDU: Dr. Stephan Meyer, SPD: Jörg Vieweg, Grüne: Dr. Gerd Lippold, Linke: Marco Böhme, FDP: Franziska Rudolph, AfD: niemand

Unsere Wahlprüfsteine zur Landtagswahl in Sachsen 2019 sind hier zu finden:

https://www.vee-sachsen.de/ltw2019

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Landtagswahl Sachsen 2019 - VEE-Wahlprüfsteine

Montag, 19. August 2019 - 12:00
VEE Sachsen e.V.

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VEE-Wahlprüfsteine

Mit der Landtagswahl am 1. September 2019 werden die Weichen für den Klimaschutz und die Energiepolitik in Sachsen neu gestellt. Mit welchen Ideen wollen die Parteien die in Sachsen stagnierende Energiewende in den nächsten Jahren voranbringen? Wie wollen die Parteien das Pariser Klimaziel von 1,5 Grad einhalten?

Wir haben Wahlprüfsteine erarbeitet und die Parteien gefragt, ob und wie sie das Pariser Klimaabkommen einhalten wollen und was sie gegen die stagnierende Energiewende - insbesondere in Sachsen - tun wollen. Die Antworten finden Sie nachfolgend.

VEE-Wahlprüfsteine - Antworten in Gegenüberstellung als PDF

Wahlprüfsteine

Antworten der Parteien

Sie können unsere Fragen und die Antworten auch hier in Textform lesen:

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Vortrag: "Hybride Wärmenetze – die Chance für bisher kaum nutzbare Wärmequellen" | Donnerstag, 5. Sep 2019, 18:30 Uhr, Dresden

Montag, 12. August 2019 - 10:00
VEE Sachsen e.V.

Teaser Bild_0.pngMomentan sind die Rahmenbedingungen in großen Teilen unserer Wärmeversorgungssysteme für Wärmepumpen und thermische Solartechnik ungünstig, sodass die Wärmepreise dem alten Gaskessel keine Konkurrenz darstellen. Hybride Wärmenetze, die auch „Kalte, intelligente Wärmenetze“ oder „Mitmachnetze“ genannt werden, verbessern die Rahmenbedingungen so erheblich, dass der Wärmepreis bisheriger Versorgungskosten unterboten werden kann.

So kann der Sonnenkollektorertrag fast verdoppelt werden, die Systemjahresarbeitszahl für Wärmepumpen erheblich gesteigert werden und Wärmequellen genutzt werden, die bisher noch nicht oder kaum zur Wärmeversorgung heran gezogen wurden.

Grubenwasser, Grundwasser, See- oder Flusswasser, Erdwärme und vor allem die riesigen Abwärmepotentiale werden dadurch wirtschaftlich nutzbar. Anwendungen im Niedertemperaturbereich lassen auch die zeitliche Entkopplung von Angebot und Nachfrage wesentlich besser umsetzen und unter anderem auch anthropogene und geogene Aquifere als saisonale Wärmespeicher sinnvoll werden.

Die besondere Bandbreite Kalter, intelligenter Wärmenetze lässt auch Kältenetze und den wärmeverlustfreien Transport niedertemperaturiger Wärme zu. Die nötige CO²-Emissionssenkung kann durch die Nutzung dieser Potentiale wesentlich effektiver und kostengünstiger erfolgen.

Der Vortrag von Bernd Felgentreff, Technische Beratung für Systemtechnik - Leipzig, stellt die neuen Technologien an konkreten Beispielen und aktuellen Projektskizzen vor.

Optional ist für interessierte Teilnehmer ist für den 18. September eine Exkursion ins erste Deutsche Kalte, intelligente Wärmenetz nach Dollnstein (bei Ingolstadt) geplant. Durch die begrenzten Teilnahmemöglichkeiten ist eine frühzeitige Anmeldung sinnvoll.

Termin und Ort:

  • Donnerstag, 5. September 2019, 18:30 Uhr
  • Quartier22, Bautzner Str. 22 | HH | 4. OG, 01099 Dresden

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Plätze sind jedoch begrenzt, daher ist eine Anmeldung jedoch erforderlich:

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